Weihnachtlich wird es auch im Hospiz – mit besonderer Stimmung, findet die ehrenamtliche Mitarbeiterin Britta H. Foto: Simon Granville

Seit 2018 engagiert sich Britta H. im Leonberger Hospiz – und ist auch häufig an Weihnachten im Einsatz. Dort herrsche während der Feiertage eine ganz besondere Stimmung, sagt sie.

Wenn während der Feiertage Familien und Freunde bei Kerzen, Plätzchen und festlich geschmückten Weihnachtsbäumen zusammenkommen, passiert das nicht nur in den heimischen Wohnzimmern – Weihnachten gefeiert wird auch im Leonberger Hospiz. Einen Christbaum gibt’s hier, die Fenster sind mit Papiersternen geschmückt, im „Wohnzimmer“, dem Aufenthalts- und Essbereich, brennen schon seit dem ersten Advent die Kerzen des Adventskranzes.

 

Auch eine Krippe wird aufgebaut: „Die hat mal eine Ehrenamtliche selbst gebastelt“, berichtet Sabine Fesenmayr, die im Leonberger Hospiz für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Weihnachtsfeeling? Komme hier allemal auf, sagt sie. „Es herrscht eine richtig schöne Weihnachtsstimmung.“ Hospiz, das ist eben nicht schwer, traurig, dunkel, so wie es viele denken – sondern auch mal trubelig und lebensfroh.

Mitarbeiter und Ehrenamtliche sind auch über Weihnachten im Einsatz

Rund um die Weihnachtsfeiertage tragen dazu auch zahlreiche hauptamtliche Mitarbeiter bei, ebenso wie Ehrenamtliche, die zur Unterstützung regelmäßig ins Hospiz kommen. Britta H. etwa, sie engagiert sich seit 2018 in der Einrichtung in der Seestraße und möchte ihren vollen Namen nicht in der Zeitung lesen.

Der Tod ist für die 56-Jährige, wie für viele andere Ehrenamtliche im Hospiz, ein Teil der eigenen Vita – ihren Vater und ihren Bruder hat sie früh verloren. „Ich wollte dem nicht so ausgeliefert sein“, erzählt sie. Bei ihrer Tätigkeit müsse man sich auch mit der eigenen Sterblichkeit auseinandersetzen. „Ich habe da keine Berührungsangst.“

Im Einsatz ist sie in diesem Jahr am ersten Weihnachtsfeiertag – wie in der Vergangenheit schon häufiger. „Ich mache das eigentlich immer“, sagt sie. „Für mich ist das eine Art Ritual.“ Auch in ihrer Familie komme man Weihnachten zusammen, das sei auch immer schön. An den Feiertagen gibt es aber eben auch immer gewisse Erwartungen. Bei der Arbeit im Hospiz, da werde alles, was im Alltag stresst, unwichtig, berichtet die Leonbergerin. „Das erdet mich.“

An Weihnachten fühlt sich die Arbeit im Hospiz intensiver an

Auch an Weihnachten übt Britta H. dann im Hospiz meistens die Arbeit aus, die sonst anfällt – viel Hausarbeit ist das, Essen zubereiten, auch Wäsche waschen. Aber sie ist ebenso für die Bedürfnisse der Bewohner da – wenn jemand gerne puzzelt, setzt sie sich mit an den Tisch. Wer reden will, findet in ihr einen Gesprächspartner. Steht der Tod kurz bevor, setzt sich Britta H. mit ans Bett – und ist einfach da.

Trotzdem: An Weihnachten herrsche schon eine besondere Stimmung, berichtet die Ehrenamtliche. Dann fühle sich die Arbeit intensiver an als sonst im Jahr. „Man spürt, wie extrem groß die Dankbarkeit ist“, sagt sie. Und es ist dann auch mehr los als sonst in den Gängen des Hospizes: Familien und Freunde kommen zu Besuch, sie sitzen gemeinsam im Aufenthaltsraum. Richtig trubelig würde es dann zugehen, erzählt Britta H. „Das macht es richtig schön und lebendig.“