Der Gemeinderat hat die Architektenleistungen für Hortanbau und Mensaerweiterung vergeben – bauen soll aber ein Generalübernehmer. Das Projekt war viel diskutiert.
Er freute sich: „Jetzt gehen wir einen wichtigen Schritt voran“, sagt Ehningens Bürgermeister Lukas Rosengrün. Einstimmig vergab der Gemeinderat am Dienstagabend die Planungsaufträge für den Anbau des Hortes in der Brechgasse und die Erweiterung der Mensa der Friedrich-Kammerer-Schule an das Büro Zoll Stadtplaner aus Stuttgart. Den Auftrag für die Steuerung des Gesamtprojektes erhielt außerdem mit mehrheitlichem Votum die Firma Tholl Consulting GmbH aus Düsseldorf.
Einige Diskussionen entbrannten vor allem um letztere Vergabe. Die Freien Wähler bemängelten in Person von Dominik Ringler die von der Verwaltung gewählte beschränkte Ausschreibung, bei der nur zwei von drei angefragten Büros ein Angebot, und das zudem mit mehr als 70 Prozent Preisunterschied, abgegeben hatten. „Die Auswahl ist zu niedrig, wir hätten gerne mindestens zwei weitere Angebote“, erklärte stellvertretend für seine Fraktion Dominik Ringler und erntete damit Kopfnicken und Zustimmung auch bei den Grünen. Eigens zur Formulierung eines schriftlichen Antrags unterbrach Lukas Rosengrün die Sitzung. Der wurde dann aber mit sechs zu neun Stimmen vom Gremium abgelehnt und andersherum der Verwaltungsvorschlag zur Beaufragung der Tholl Consulting GmbH, mit der bereits beim Bau des neuen IBM-Campus positive Erfahrungen gemacht wurden, angenommen.
Gänzlich unstrittig war dagegen die weitere Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Architekturbüro Zoll Stadtplaner. Johanna Maibach-Zoll stellte in der Sitzung eine erste Vorentwurfsstudie für die schon länger geplante und mehrfach heiß diskutierte Horterweiterung vor, in die auch die Ideen und Anmerkungen des Hort-Betreuungsteams bereits mit eingeflossen sind. „Man kriegt den Raumbedarf auf die Fläche“, stellte Baumamtsleiter Dan Häring erleichtert fest.
Dazu, dass dafür jetzt deutlich weniger Außenspielfläche der direkt benachbarten Kita geopfert werden muss, trägt die Einbeziehung eines Teils des angrenzenden Grundstücks der evangelischen Kirchengemeinde bei. „Erbpacht ist die einzig denkbare Option“, verwies der Bürgermeister auf die ansonsten positive Rückmeldung der dortigen Verantwortlichen. „Wir wollen heute nicht vertieft ins Thema Architektur einsteigen, es ist nur eine Machbarkeitsstudie“, verwies der Schultes für vorschnell gestellte Detailfragen nach geknickten Wänden oder möglichen Flurgrößen allerdings auf zukünftige Sitzungen.
Schon jetzt beschlossen wurde die spätere europaweiten Ausschreibung zur Beauftragung eines Generalübernehmers für Hortanbau und Mensaerweiterung auf Grundlage der Genehmigungsplanung. „Hohe Kosten- und Termintreue“, nannte Dan Häring als Vorteile dieses Vorgehens. Eine schriftliche Zusage zur Förderung des Landes in Höhe von 70 Prozent der Kosten liegt der Gemeinde mittlerweile vor. „Wir werden aber finanziell in Vorleistung gehen müssen“, stellte Schultes Lukas Rosengrün angesichts der wohl erst ab 2027 fließenden Zuschüsse trotzdem klar. „Nächste Pflöcke“ für das „derzeit finanziell spannendste Projekt“ der Gemeinde Ehningen sollen möglichst noch vor den Sommerferien eingeschlagen werden.