Lehrbeauftragte an Musikhochschulen müssen entweder weiter für einen Hungerlohn arbeiten oder um ihren Job bangen. Foto: dpa

Exklusiv - Lehrbeauftragte an Musikhochschulen müssen entweder weiter für einen Hungerlohn arbeiten oder um ihren Job bangen. Dieses Fazit ziehen Vertreter der untersten Schicht der Unterrichtenden.

Stuttgart - Bei der letzten „Zukunftskonferenz Musikhochschulen“ hat Baden-Württembergs Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Theresia Bauer (Grüne) eine Erhöhung der Honorare für Lehrbeauftragte um 20 Prozent angekündigt. Da die Hälfte dieser Erhöhung von den Musikhochschulen selbst geleistet werden soll, fürchten Betroffene, wie die „Stuttgarter Nachrichten“ (Dienstagsausgabe) berichten,  künftig der Willkür der Senate ausgeliefert zu sein.

Nachdem die Landesrektorenkonferenz Bauers Vorstoß mit der Androhung von Kündigungen gekontert und vorgeschlagen hat, zum Ausgleich die Deputate der Dozenten im so genannten akademischen Mittelbau der Hochschulen zu erhöhen, befürchten die Lehrbeauftragten außerdem eine deutlich sinkende Qualität der Ausbildung.

„Wir haben an den Musikhochschulen nicht nur ein Kasten-, sondern auch ein Günstlingssystem“, sagte Ulrike Höfer, Sprecherin der Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen, den Stuttgarter Nachrichten. Dieses führe neben der finanziellen Abhängigkeit dazu, „dass viele Kollegen schweigen.“

Dabei verdienen Lehrbeauftragte auch mit zwei Lehraufträgen deutlich unter 1000 Euro im Monat, obwohl sie oft dieselbe Arbeit tun wie Professoren. „Auf unsere Kosten“, so Claudia Schojan, Lehrbeauftragte in Stuttgart, „schafft man Privilegien in anderen Bereichen.“     

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