Organisatorin Senta Pflieger Foto: P. van Munster

Das Internationale Klavierwochenende in der Holzgerlinger Stadthalle findet zum 20. Mal statt – für die Organisatorin Senta Pflieger Grund zum Jubeln. Das Konzept ist besonders.

Neben der Vorfreude schwingt bei Senta Pflieger jedes Mal auch eine Portion Aufregung mit, wenn es Richtung Klavierwochenende geht. Eigentlich ist alles bestens vorbereitet. „Und trotzdem denkt man natürlich immer daran, ob man nicht irgendetwas übersehen hat”, sagt Senta Pflieger.

 

Dieses Jahr findet das Internationale Klavierwochenende in Holzgerlingen bereits zum 20. Mal statt. An diesem Samstag, 21. März, um 19 Uhr sowie am Sonntag, 22. März, um 17 Uhr stehen in der Stadthalle wieder Klavierkonzerte mit ausgewählten Programmen an. „20 Jahre sind schon etwas Besonderes“, sagt Pflieger. „Niemals hätten wir damals geglaubt, dass sich unsere Veranstaltung so lange bewährt.”

Trumpf: Bösendorfer-Flügel in der Stadthalle

Die Initiative für das Klavierwochenende ging einst von Christoph Ewers aus, der mit den Sommerserenaden ein ausgesprochen erfolgreiches Konzertformat in Sindelfingen etabliert hat. Der Pianist hatte vor etwas mehr als zwei Jahrzehnten die Idee, in Holzgerlingen ein Klavier-Festival zu veranstalten. „Er meinte, dass Holzgerlingen eine tolle Stadt sei, war dazu begeistert von der Stadthalle und dem Bösendorfer-Flügel“, erinnert sich Senta Pflieger. Gesagt, getan – und nun feiert man bereits 20. Geburtstag.

Mit ihren Überlegungen hatte sich das Duo an die Stadtverwaltung gewandt und erhielt von Rathaus-Seite gleich Unterstützung – zudem durften die Organisatoren auf die Mithilfe des Waldkindergartens bei der Bewirtung zählen. „Wir waren in den Anfangsjahren jedes Mal froh, dass wir wirklich weitermachen dürfen“, so Senta erinnert sich Pflieger, die wie Ewers beim Klavierwochenende auch selbst auftritt.

Senta Pflieger hat an der Musikhochschule in Stuttgart Klavier studiert, unterrichtet an der Böblinger Musikschule und ist als gefragte Korrepetitorin in verschiedenen Ensembles tätig. Christoph Ewers studierte an der Musikhochschule Stuttgart Kirchenmusik und Klavier und danach Medizin in Tübingen. Im Hauptberuf war er als Arzt tätig, nebenbei absolvierte er als Pianist viele Auftritte in In- und Ausland.

Anfangs erstreckte sich das Klavierwochenende über drei Veranstaltungstage. Der Freitagabend gehörte den Lokalmatadoren, Samstag und Sonntag dann vor allem den Profis von außen, erzählt Senta Pflieger. Eine Kombination, die sehr lehrreich für die Organisatoren war. „Am Freitag war die Stadthalle – mit Familie, Freunden und Verwandten auf den Zuschauerplätzen – brechend voll, am Samstag und Sonntag bei den eigentlichen Hauptakteuren hingegen blieben viele Plätze leer“, so Senta Pflieger.

Diese Erkenntnis war für das Orgateam ein klares Signal dafür, das Konzept der Veranstaltung zu ändern und stärker auf lokale Akteure zu setzen – und die Verbundenheit zu der Veranstaltung zu stärken. Zudem ergänzen weitere Ensembles die Klavierabende, in diesem tritt das Streichquartett der Tübinger Musikschule auf.

Zusammenspiel mit Harmonikaverein in guter Erinnerung

„Höhepunkte haben wir viele erleben dürfen in den vergangenen zwei Jahrzehnten”, blickt Senta Pflieger zurück. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr das Zusammenspiel mit dem Harmonikaverein Holzgerlingen. „Das war toll”, sagt sie mit strahlenden Augen. „Aber auch das Klavierwochenende, an dem wir einen zweiten Flügel zur Verfügung hatten, war einmalig.”

Programm in der Stadthalle

Samstag, 21. März, um 19 Uhr
Anja Breuer (Klavier) und Bettina Kriegbaum (Violine) spielen Werke von Bach und Brahms, nach der Pause präsentieren Konstantin Zvyagin und Maria Pia Vetro Klavierwerke von Schumann und Liszt.

Sonntag, 22. März, um 17 Uhr
Senta Pflieger und Christoph Ewers spielen jeweils mit dem Streichquartett der Tübinger Musikschule Werke von Bach und Mozart. Nach der Pause führt Yun Shin Choi Werke von Beethoven, Chopin und Prokofjew auf.