Das „Holy Shit Shopping“ war gut besucht. Foto: Lichtgut/Michael Latz

Das „Holy Shit Shopping“ im Cannstatter Römerkastell präsentierte zum Christfest Design und Kulinarisches. Zahlreiche Menschen nutzten die Gelegenheit, die letzten Weihnachtsgeschenke zu besorgen.

Stuttgart - Verflixt! Nur noch zwei Tage bis Heiligabend. Da gerät, wer immer noch nicht alle Geschenke beisammen oder– schlimmer noch – keine passenden Ideen hat, langsam in Unruhe. Eine besondere Gelegenheit, noch in letzter Minute etwas Besonderes für die Lieben daheim aufzutun bot am Wochenende das „Shit Shopping“. Der etwas andere Design-Weihnachtsmarkt lud in der Phoenixhalle im Cannstatter Römerkastell zur Begegnung mit ungewöhnlichen Ideen. „Eigentlich habe ich meine Gaben längst zusammen“, zeigt sich Volker Gärtner gelassen. „Ich habe mich aber von meiner Tochter überzeugen lassen, trotzdem herzukommen und mich umzusehen.“ Eben hat der 50-Jährige einen Schriftzug aus Schokoladenlettern erstanden. Die Macher von Typolade aus Pfinztal setzen individuelle Botschaften mit süßen Buchstaben. „So etwas kann man prima als kleines Extra zum Geschenk hinzufügen“, so Gärtner.

Inspiration gefunden

„Der Trend geht zum Zweitgeschenk“, stellt Wolfram Burckhardt vom Kulturverlag Kadmos fest. „Die Leute kommen vor allem, um Neues zu entdecken oder kleine Kuriositäten mitzunehmen. Sein Bestseller ist der Kalender „Putzen ist nichts für Feiglinge“ – und das nicht nur im Heimatland der Kehrwoche. Smartphone hin oder her: Der launige Jahresüberblick kommt gut an. Das gilt auch für die liebevoll gestalteten Leerbücher des Stuttgarter Museums- und Ausstellungsgestalters Franz Dieter Peters. „Vieles, was vermeintlich veraltet ist, findet Freunde, wenn es besonders schön gemacht ist“, ist er überzeugt.

„Ein Weihnachtsgeschenk muss einen gewissen Aha-Effekt auslösen“, findet Sabrina (23). Für ihren Vater hat sie am Stand von Stilvol. einen Quitten Cuvée Fruchtlikör aus dem Rems-Murr-Kreis erstanden. Soll es Botticellis Venus als Portrait aus Klebepunkten oder ein Spiegel sein, dessen Rahmen aus einem Autoreifen gefertigt wurde? Eine in Beton eingegossene Steckerleiste oder ein zur Lampe erweiterter Motorradscheinwerfer? Wer es unkonventionell mag fand hier zumindest eines mit Garantie: Inspiration.

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