Das Schwimmbecken des Kemnater Bads ist fast leergelaufen. Foto:  

Wassermassen sind über Weihnachten vom Becken des Kemnater Hallenbads in den Technik-Keller gelaufen. Das stellt die Betreiber-Initiative vor große Herausforderungen.

Der Schrecken bei den Mitgliedern der Hallenbad-Initiative Kemnat sitzt tief. Über Weihnachten sind wegen einer defekten Pumpe 160 000 Liter Wasser ausgelaufen. Der Keller, in dem die Technik untergebracht ist, stand 40 Zentimeter hoch unter Wasser. Die Feuerwehr Ostfildern hat das Wasser am ersten Feiertag abgepumpt. Neben einem Schaltkasten sind etliche technische Geräte defekt. „Was zerstört ist, ermitteln die Experten“, sagt Marcus Bienzle, Vorsitzender des Turnvereins Kemnat.

 

Über die genaue Schadenshöhe lasse sich noch nichts sagen, sagt Bienzle. Im nächsten Schritt werde man mit der Versicherung klären, ob diese im konkreten Schadensfall haftet. Von den 300 000 Litern Wasser, die in dem 25 Meter langen und acht Meter breiten Becken sind, ist ein großer Teil ausgelaufen. Wie kann es sein, dass ein Defekt an der kleinen Pumpe so gravierende Folgen hat? „Das Wasser im Becken erzeugt einen immensen Druck“, erklärt Bienzle. Durch die undichte Stelle drückte das Wasser auf den Deckel der Pumpe und lief in den Keller, in dem die Technik dauerhaft unter Strom steht.

Im Dauereinsatz für das Bad

„Am Vormittag des 24. Dezember habe ich den letzten Kontrollgang gemacht“, sagt Serif Sipkoyic, der sich für die Initiative um die Hausmeisterdienste kümmert. Ihm liegt das Bad am Herzen. Deshalb engagiert er sich wie viele andere Kemnater für die Initiative. Als Sipkoyic den Schaden entdeckte, hat er sofort die Ostfilderner Feuerwehr alarmiert. Um 13.29 Uhr kamen die Abteilungen Kemnat, Scharnhausen und Nellingen der Feuerwehr Ostfildern, die Werkfeuerwehr

und das THW aus Ostfildern mit der Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen zur Einsatzstelle. Das Wasser wurde abgepumpt. Bienzle ist froh, dass sich die elektrischen Leitungen durch das Wasser nicht entzündet haben. Die Sicherheitssysteme in dem 50 Jahre alten Bad hätten funktioniert.

Viele Kemnater engagieren sich

Nach Sichtung der Schäden kündigen die Mitglieder an, dass das Bad nicht wie geplant am 8. Januar 2023 wieder öffnen kann. „Das ist bitter“, sagt Bienzle. 250 von mehr als 300 Mitgliedern der Initiative kommen vom TV Kemnat. Unter der Woche ist in der Schwimmhalle Schul- und Vereinstraining.

Lehrschwimmbecken für Kinder

Samstags von 14 bis 18 Uhr bietet der Verein Schwimmzeiten für die Öffentlichkeit an. „Da haben wir einen Schwimmmeister.“ Mitglieder der Hallenbad-Initiative dürfen mit einer Rettungskraft, etwa von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), trainieren. „Unsere Vereine und die Schulen brauchen die Halle“, stellt Bienzle klar. Gerade Kinder müssten schwimmen lernen. Für sie setzt sich die Initiative unermüdlich ein, um die Schwimmhalle offen zu halten. Bienzle mag sich nicht ausmalen, was passieren würde, sollte die Versicherung den Schaden nicht übernehmen: „Die Kosten würden unsere liquiden Mittel überschreiten.“

Unverzichtbar für Schulen