Noch ist nicht Sommer. Aber die UV-Strahlung ist wegen des Klimawandels schon jetzt hoch. Das bleibt auch im Kreis Esslingen nicht ohne Folgen.
Die Freude über die ersten warmen Frühlingstage ist groß und viele genießen es, in der Sonne zu sitzen. Doch die Krankenkasse AOK rät zur Vorsicht. Denn die Intensität der UV-Strahlung ist bereits hoch. Das liegt unter anderem am Klimawandel, der insgesamt zu mehr Sonnenstunden und durch Veränderungen der oberen Luftschichten zu einer erhöhten UV-Belastung führt. In einer Mitteilung warnt die AOK vor den Folgen. Eine zu hohe Dosis an UV-Strahlung kann demnach zu Zellschäden führen und Hautkrebs verursachen.
„Die Krankheitszahlen belegen eine eindeutige Zunahme des besonders gefährlichen schwarzen Hautkrebses (Melanom) in den letzten Jahren“, heißt es weiter. Demnach sei die Häufigkeit von Melanomen bei den AOK-Versicherten in Baden-Württemberg zwischen 2020 und 2024 um 4,35 Prozent gestiegen – von 2067 auf 2434 Fälle im Land.
Ähnlich schlecht sieht es bei den lokalen Zahlen aus: Im Jahr 2020 wurden bei AOK-Versicherten im Landkreis Esslingen 140 Fälle von schwarzem Hautkrebs diagnostiziert. Im Jahr 2024 waren es bereits 150 Fälle. Bei Hautkrebs wird zwischen Melanom (schwarzer Hautkrebs) und Basalzellkarzinom sowie Plattenepithelkarzinom unterschieden, die umgangssprachlich auch als weißer Hautkrebs bezeichnet werden.
„Steiler Anstieg“ der Hautkrebszahlen im Kreis Esslingen
„Die Häufigkeit beider Krebsarten ist in den letzten drei Jahrzehnten steil angestiegen“, sagt Susanne Schleicher, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. „Der schwarze Hautkrebs geht von den pigmentbildenden Zellen, den Melanozyten, aus und kann bereits in jungen Jahren auftreten“, erklärt sie. „Risikofaktoren für eine Hautkrebserkrankung sind vor allem Hauttyp und UV-Strahlung. Langjährige UV-Strahlungsbelastungen erhöhen das Risiko.“
Gesetzlich Versicherte haben ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf ein kostenloses Hautkrebs-Screening zur Früherkennung, das unbedingt wahrgenommen werden sollte, rät die Medizinerin. Zudem sollte man starke Sonneneinstrahlung meiden und sich zur Mittagszeit lieber drinnen aufhalten.
In der Nähe von stark reflektierenden Oberflächen, wie beispielsweise Wasser oder Schnee, kann die UV-Strahlungsbelastung erhöht sein, warnt Susanne Schleicher und empfiehlt Kleidung samt Kopfbedeckung. Wo das nicht möglich ist, sollte Sonnenschutzmittel verwendet werden. Dabei sollte man auch den Lippenschutz nicht vergessen und die Augen mit einer zertifizierten Sonnenbrille schützen. Die AOK-Ärztin warnt zudem vor Solarium-Besuchen.
Die AOK gehört zu den größten Krankenkassen im Land. Allein in Baden-Württemberg sind über 4,6 Millionen Menschen hier versichert.