Die Einsatzzahlen sind im Corona-Jahr 2020 bei der Fellbacher Feuerwehr gesunken. Foto: /Feuerwehr/Alexander Ernst

Während die Impfbereitschaft noch unter der Zwei-Drittel-Marke dümpelt, nehmen die Brandschützer in Fellbach eine Vorbildrolle ein: Fast jeder ist geimpft oder genesen.

Fellbach - Wäre die Impfbereitschaft in der gesamten Bevölkerung so hoch wie bei der Fellbacher Feuerwehr, man müsste sich wohl keine Sorgen um die auch im Rems-Murr-Kreis erneut ansteigenden Corona-Inzidenzahlen und die Auslastung der lokalen Krankenhäuser machen. Denn während die allgemeine Impfquote trotz der inzwischen reichlich vorhandenen Vakzine bei etwa 64 Prozent verharrt, beträgt sie bei den Brandschützern knapp 90 Prozent. Diese Zahl nannte Feuerwehrkommandant Christian Köder bei der Hauptversammlung der Löschhelfer. „Da können sich andere gerne eine Scheibe abschneiden“, sagte er.

Eine Hybrid-Veranstaltung soll die Einsatzbereitschaft sicherstellen

Rechnet man das gute Dutzend Feuerwehrleute hinzu, das nach überstandener Corona-Erkrankung wieder auf dem Damm ist und als genesen eingestuft wird, kommt das der Vakzin-Vollverteilung ziemlich nahe. Dennoch wollte Köder am Freitag nicht das Risiko eingehen, alle 220 Kräfte in die Schwabenlandhalle zu bitten – die Gefahr, mit einer internen Ansteckungswelle die Einsatzbereitschaft aufs Spiel zu setzen, war dem obersten Brandschützer doch zu groß.

Deshalb fand am Freitag etwas statt, das es in der Historie der Fellbacher Feuerwehr noch nicht gegeben hat: Die Versammlung ging erstmals als Hybridtermin über die Bühne, im Saal selbst durften nur 80 Löschhelfer teilnehmen. Der Rest musste es sich vor dem heimischen Monitor bequem machen – und vernahm unter anderem die Botschaft, dass es gut 15 Jahre nach der zur WM 2006 geplanten Einführung des Digitalfunks auch im Rems-Murr-Kreis endlich etwas werden könnte mit der technischen Neuerung.

Im Ehrenamt sind die Aufgaben längst nicht mehr zu stemmen

Christian Köder, vor drei Jahren als erster hauptamtlicher Feuerwehrchef in Fellbach bestallt, machte in seiner Bilanz deutlich, dass der Schritt vom Ehrenamt zum Vollzeitjob überfällig war. Spätestens die Coronaregeln hätten gezeigt, dass das Geschäft mit einer ehrenamtlichen Führungsspitze nicht mehr zu bewältigen sei. „Maske und Abstand wurden ständige Begleiter“, sagte Köder.

Dabei blieben die Einsatzzahlen mit 207 Alarmierungen unter den 297 Vorfällen im Jahr 2019 zurück. Beim Ehrungsblock würdigten die drei Abteilungskommandanten Stephan Idler, Rainer Lebherz und Marco Stiehl altgediente Kameraden für ihren herausragenden Einsatz: Den Feuerwehrhelm an den Nagel hängen etwa der Fellbacher Hans-Jörg Aldinger, der frühere Oeffinger Abteilungschef Bernhard Eichner oder auch Schmidens Vize-Kommandant Peter Bürkle nach 40 Dienstjahren. Noch mehr hat nur Rolf Bürkle auf dem Buckel, der nach 46 Jahre den Dienst quittiert – und nur aufhört, weil er die Altersgrenze von 65 erreicht hat.

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