Die Stadt Filderstadt muss mehr in die Ausstattung der Feuerwehr investieren, als ursprünglich gedacht. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild

Mehrere Abteilungen in der Stadt brauchen neue Fahrzeuge. Der Bedarf ist unter den Stadträten unstrittig, einmal mehr ist aber über alternative Antriebe diskutiert worden.

Das benötigte Löschgruppenfahrzeug LF 20 für die Feuerwehrabteilung in Bernhausen wird deutlich teurer als angenommen. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Technischen Gemeinderatsausschusses bekannt. Bereits 2021 war der Grundsatzbeschluss zum Kauf gefasst worden, Mittel in Höhe von 547 000 Euro waren freigegeben worden. Nach einer Ausschreibung liegen nun allerdings die Angebotspreise für das Fahrgestell mit Aufbau, feuerwehrtechnischer Beladung und Funkausstattung vor, und die belaufen sich auf etwa 735 000 Euro. Sprich: Das Ganze wird mit 188 000 Euro mehr deutlich teurer als erwartet.

 

Es ist nicht die einzige Investition, die in Filderstadt in Sachen Feuerwehr ansteht. In derselben Sitzung hatten die Stadträte über Ersatzbeschaffungen von Fahrzeugen und digitalen Handfunkgeräten für insgesamt 795 000 Euro zu befinden. Gebraucht werden demnach zwei Mehrzweckfahrzeuge für die Abteilungen Bernhausen und Sielmingen, drei Mannschaftstransportwagen für Bernhausen, Bonlanden und Sielmingen sowie digitale Einsatzfunkgeräte für die Gesamtwehr im Rahmen der Umstellung auf digitalen Einsatzstellenfunk. In Summe müssen etwa 120 Geräte besorgt werden. Immerhin: Für beide Posten kann die Stadt mit Zuwendungen und Zuschüssen rechnen. Zudem sollen ausgemusterte Fahrzeuge veräußert werden.

Die Grünen wollen keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren

Die Ausschussmitglieder haben jeweils mehrheitlich zugestimmt, das Gesamtgremium wird in der Sitzung am 23. Oktober entscheiden. Diskussionen entspannen sich einmal mehr über das Thema Antriebsarten neuer Feuerwehrautos in der Stadt. Die Mitglieder der Grünen-Fraktion erkennen zwar den Bedarf an, stemmen sich aber grundsätzlich gegen den Kauf von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. „Solche Autos schaffen wir auf Jahrzehnte an“, sagte Catherine Kalarrytou. In Stuttgart etwa gebe es reine E-Fahrzeuge bei der Feuerwehr, etwa einen Kommandowagen. „Es ist uns ein Rätsel, warum das bei uns nicht gehen soll.“ Auch Edeltraud Herrmann (SPD) verwies auf alternative Technologien. „Man sollte auch Wasserstoff ins Auge fassen“, fand sie.

Laut dem Ersten Bürgermeister Falk-Udo Beck soll bei den kleineren Wagen tatsächlich geprüft werden, ob man nicht ein Hybridfahrzeug anschaffen kann. „Die Feuerwehr ist offen“, betonte er. Jan-Stefan Blessing, der Ordnungsamtsleiter, mahnte jedoch, dass nicht alles möglich sei. In der Kombination Batterie und Löschwasser seien mitunter Grenzen gesetzt. „Da kommen wir an die Gewichtsgrenze“, sagte er. Vieles sei aus seiner Sicht noch im Erprobungsstadium, auch gehe es um geltende Normen und Fördertöpfe. Falk-Udo Beck resümierte: „Ich denke, die Feuerwehr macht sich sehr wohl Gedanken.“