Auf dem Gelände am Neckar werden zurzeit die Überreste der abgebrannten Marienburg abgerissen, bevor der Neubau entstehen kann. Foto: Rebecca Anna Fritzsche

Unterhalb der Burgruine wird gearbeitet, um das abgebrannte Pfadfinderheim zu ersetzen.

Hofen - Kurz nach Weihnachten 2011 ist die Marienburg, das Heim des Hofener Stamms der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg, abgebrannt; vermutlich war die Küchentherme schuld, endgültig geklärt worden ist es nicht. Mehrere Stunden musste die Feuerwehr damals löschen. Verletzt wurde seinerzeit Gott sei Dank niemand. Jetzt, nach fast anderthalb Jahren, hat der Wiederaufbau begonnen: Eine Bauzufahrt ist eingerichtet worden, auf den Bodenfliesen des ehemaligen Eingangsgeschosses steht ein Bagger, der bereits erste Bodenstücke herausgerissen hat. Seit einer Woche läuft der Abriss des noch bestehenden Untergeschosses, danach entsteht der Neubau. „Bis September soll der Rohbau stehen“, schätzt Uli Gruber, ehemaliger Stammesvorstand und Mitglied im Bauausschuss der Pfadfinder. „Aber der Termin kann sich noch ändern; es sind noch viele unbekannte Faktoren wie das Wetter enthalten.“

Der neue Bau wird sich nicht wesentlich von der alten Marienburg unterscheiden. „Es gibt kleinere Veränderungen, wie etwa bei der Heizung und der Holzverkleidung an der Fassade“, sagt Gruber. „Aber es wird so sein, wie es war.“ Das liege auch daran, dass das Grundstück im Landschaftsschutzgebiet liegt, für das besondere Bauvorschriften gelten. Außerdem ist die Marienburg in den Hang gebaut, was den Ablauf der Bauarbeiten zusätzlich erschwert, etwa, was die Zu- und Abfahrt von Bauschutt und –material betrifft. Ursprünglich waren die Pfadfinder davon ausgegangen, dass die sanitären Anlagen und die Bodenplatte bleiben können. Doch ein Statik-Gutachten hat ergeben, dass auch das gesamte Untergeschoss neu gebaut werden muss. Da die Versicherung zahlt, ist der Bauausschuss momentan noch dabei, die Möglichkeit einer Nachzahlung zu klären.

Geschätzte 240 000 Euro wird der Neubau kosten; dazu fehlen rund 50 000 Euro, wie auf der Internetseite der Pfadfinder vermeldet wird. „Das Gebäude wird aber auf jeden Fall stehen“, erklärt Uli Gruber; die fehlende Summe beziehe sich hauptsächlich auf den Innenausbau. Dazu sammelt der Förderverein Spenden, „außerdem wollen wir auch viel in Eigenleistung selbst machen.“ Gruber kann sich vorstellen, dass die Pfadfindergruppen gemeinsam die Schränke für die Räume bauen. „Wir werden sicher nicht in eine Marienburg einziehen können, in der alles fertig ist, sondern die Kinder miteinbeziehen.“

Zur Hälfte auf kirchlichem Land, zur Hälfte auf städtischer Fläche

Momentan sind die Pfadfinder im Gemeindehaus der katholischen St. Barbara-Gemeinde untergekommen, zu denen auch der Stamm Hofen gehört. „Das geht wunderbar, und wir sind der Gemeinde sehr dankbar“, sagt Gruber. „Trotzdem werden wir uns sehr freuen, wenn wir wieder in die Marienburg ziehen können.“ Den ersten Baggerbiss am Samstag vor zwei Wochen nennt er „eine große Erleichterung“, schließlich sei dem ein Jahr des Planens, Abänderns und Einreichens diverser Gutachten und Unterlagen vorausgegangen.

Noch nicht geklärt ist die Frage des Grundstückes: Da die Marienburg auch im Neubau zur Hälfte auf Land, das der Kirche gehört, und zur Hälfte auf einer städtischen Fläche liegt, gab es Pläne der Kirche, das Land von der Stadt zu erwerben. Nun hat sich herausgestellt, dass dies nicht ganz einfach sein wird: „Wenn die Stadt der Kirche das Land überlässt, verliert sie damit den Wasseranschluss der Burgruine, der sich darauf befindet“, erklärt Uli Gruber. „Dann müsste die Burgruine von einem Privatgrundstück Wasser beziehen – und das ist ein enormer verwaltungstechnischer Aufwand.“ Nach wie vor wird an diesem Plan gearbeitet, denn letztlich möchte der Förderverein der Pfadfinder die Marienburg eines Tages auch von der Kirche übernehmen. „Das sind aber parallel laufende Baustellen, da wird sich erst in zwei, drei Jahren etwas entscheiden“, sagt Gruber. Nun spielt zunächst die neue Marienburg die Hauptrolle.

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