Ein Rettungsteam des polnischen Bergrettungsdienst TOPR steht vor dem Höhleneingang der Jaskinia Wielka Śnieżna bei Zakopane. Eine der beiden eingeschlossenen Höhlenforscher ist jetzt tot aufgefunden worden. Die Suche nach de zweiten Vermissten geht weiter. Foto: Grzegorz Momot/PAP/dpa

Einer der beiden Forscher, die in der Höhle Jaskinia Wielka Sniezna im polnischen Tatra-Gebirge eingeschlossen sind, ist tot. Rettungskräfte haben seinen Leichnam gefunden. Die Suche nach dem zweiten vermissten Höhlenforscher geht unterdessen weiter.

Zakopane - Das Höhlendrama in der polnischen Tatra ist für einen der beiden Vermissten tödlich ausgegangen. Der Forscher wurde in der Nacht zu Freitag tot gefunden, wie der Bergrettungsdienst TOPR in Zakopane nach Angaben der Agentur PAP und der Zeitung „Gazeta Wyborcza“ mitteilte.

Seit Samstag werden im Höhlensystem Jaskinia Wielka Śnieżna, dem längsten und tiefsten Polens, die zwei Forscher vermisst. Ein Wassereinbruch hatte die beiden überrascht und ihnen den Rückweg abgeschnitten.

Retter suchen nach zweitem Vermissten

Die Suche nach dem zweiten vermissten Speläologen wird fortgesetzt. An der Rettungsaktion sind rund 50 Menschen beteiligt. Dabei wird auch Sprengstoff eingesetzt, um Hindernisse zu beseitigen und die engen und weitverzweigten Gänge in dem Höhlenlabyrinth passierbar zu machen.

„Die Bedingungen in der Höhle sind schwierig. Die Temperatur liegt bei etwa vier Grad Celsius“, sagte der Bergretter Jan Krzysztof. Obwohl sich Wasser in der Höhle gesammelt und den Fluchtweg blockiert hatte, gelang es vier Kollegen der beiden Höhlenforscher, die Höhle zu verlassen und die Behörden zu verständigen.

Längste Höhle Polens

Die Höhle Jaskinia Wielka Sniezna befindet sich in der Westlichen Tatra, einem Ausläufer der Karpaten, an der Grenze zur Slowakei. Die Schneehöhle ist die tiefste und längste Höhle Polens und zugleich die tiefste in der Tatra. Einige Teile der Höhle sind nur schlecht erforscht.

Das bisher entdeckte Höhlensystem umfasst Gänge mit einer Gesamtlänge von fast 24 Kilometern bei einem Höhenunterschied von 824 Metern. Die 1959 entdeckte Jaskinia Wielka Śnieżna ist über Gänge mit mehreren anderen Höhlen verbunden. Zusammen bilden sie das Great Snowy Cave System.

Lesen sie hier: Falkensteiner Höhle bei Grabenstetten – Wie es in einer Wasserhöhle aussieht

Höhlenunfälle

Immer wieder kommt es zu folgenschweren Höhlenunfällen. Zuletzt mussten am 28. Juli zwei Männer aus der Falkensteiner Höhle zwischen Grabenstetten und Bad Urach auf der Schwäbischen Alb gerettet werden.

Im Juli 2018 wurden in Thailand zwölf Jugendliche einer Fußballmannschaft und ihr Trainer in der Tropfsteinhöhle Tham Luang-Khun Nam Nang Non von plötzlichem Starkregen überrascht und eingeschlossen. In einer tagelangen Rettungsaktion mussten sie von Tauchern befreit werden.

Sehen Sie hier im Video, wie sich Mitglieder des polnischen Bergrettungsdienstes zu den beiden vermissten Höhlenforschern vorarbeiten.

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