Gespannte Erwartung vor dem 44. Höfleswetzturnier: Michael Treuter, Jürgen Kramny, Ingrid Stützlein, Horst Steffen und Ensinger-Vertreter Bernd Leonhardt (v. li.) bei der Auslosung Foto: Lichtgut/Heiss Foto:  

Mehr als tausend Nachwuchskicker werden am 22. September bei der 44. Auflage des Höfleswetzturniers gegen den Ball treten. Wo schlummern Talente, und wer macht seinen Weg?

Stuttgart - Beim VfB Stuttgart und bei vielen anderen großen Vereinen der Fußballzunft wird in der Nachwuchsarbeit scheinbar nichts dem Zufall überlassen. Alle paar Monate gibt’s für jeden jungen Akteur eine Entwicklungsbewertung durch die Trainerteams, die auch Einfluss auf die mittelfristige Talentprognose hat. Wer hat das Zeug, bestenfalls einmal Fußballprofi zu werden? „Und trotzdem ist eine Karriere bis hinein in den Profibereich nicht zu hundert Prozent planbar“, sagt Ex-Profi Jürgen Kramny. Der Trainer der zweiten Mannschaft des VfB hat schon viele scheitern sehen, denen man große Sprünge zugetraut hatte. Aber auch Spätentwickler und hartnäckige Arbeiter, die zunächst keiner auf der Rechnung hatte, und die dann doch noch ordentlich Karriere machten.

Deutschlands größtes Tagesturnier

„Talent erleichtert den Weg“, weiß Kramny, „aber auf Dauer müssen auch Wille und Mentalität vorhanden sein, um das volle Potenzial herauszukitzeln.“ Was ein Talent ist und mitbringen muss, kann Horst Steffen in einem Satz gar nicht sagen. „Die Definition dafür ist sehr umfangreich“, betont der Chefcoach der Stuttgarter Kickers. Steffen und Kramny, in der Dritten Liga Trainerkonkurrenten, sind gemeinsam zum zweiten Mal Paten des Höfleswetzturniers und führten am Dienstag die Auslosung der Paarungen durch. Der ADAC Württemberg als Veranstalter schreibt regelmäßig Rekorde: 106 Mannschaften aus der Region Stuttgart, darunter 24 Mädchen- und 22 Lauser-Teams, haben diesmal bei Deutschlands größtem Eintages-Fußballturnier gemeldet, das auch von den Stuttgarter Nachrichten und Ensinger unterstützt wird. „Wir beten wie immer um gutes Wetter“, hoffen die ADAC-Zuständigen Michael Treuter und Ingrid Stützlein darauf, dass die vielen Partien auf zwölf Rasenplätzen gegenüber der Mercedes-Benz-Arena ohne äußere Störungen über die Bühne gehen können. Treuter schätzt, dass von den jungen Teilnehmern an die 90 Prozent bereits im Vereinsfußball organisiert sind, auch wenn sie beim Höfleswetzturnier nicht als Clubteam auftreten. Die Zehn- bis 13-Jährigen wollen nicht nur gewinnen, sondern sich auch den Talentscouts am Rand der Spielfelder zeigen. „Manche machen vielleicht auch nur mit, weil sie dafür einen Tag schulfrei bekommen“, schätzt Treuter.

Das Paket muss passen

Wenn erfahrene Trainer wie Kramny und Steffen jugendlichen Kickern zugucken, achten sie zunächst auf deren individuelles Können. „Wie geht einer zum Ball? Wie beweglich und geschmeidig ist einer im Lauf mit und auch ohne Ball? Wie handlungsschnell?“ Das sind für Jürgen Kramny die entscheidenden Fragen, wenn es darum geht, Talente ausfindig zu machen. Allein der geschickte Umgang mit dem Ball reicht auf Dauer natürlich nicht. Schließlich ist Fußball Mannschaftssport, gruppentaktische Dinge kommen unwillkürlich dazu. „Den besten Dribbler oder Torschützen einer Mannschaft hat man schnell entdeckt“, ergänzt Steffen, den bei einer Spielbeobachtung fast mehr reizt, „verborgenes und strategisches Talent“ aufzuspüren. Das dauert meist länger.

„Das gesamte Paket muss passen“, sind sich die beiden Ex-Profis einig. Hohe Anforderungen für die vielen Höfleswetzer.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: