Philipp Zeller jubelt – der Bundestrainer hofft auf Gold in London: Er glaubt, dass seine Jungs „Bock haben“, ganz oben zu landen. Foto: dpa

Bundestrainer Markus Weise will mit seinem Team bei den Olympischen Spielen wieder Gold gewinnen.

Viele Mannschaften fahren im Sommer ja nicht zu den Olympischen Spielen – die Hockey-Herren schon. Vom Team von Markus Weise könnten auch andere Sportarten profitieren, findet zumindest der Bundestrainer. Er ist der Meinung, dass es einfach zu wenig Austausch gibt.

Herr Weise, Sie müssen ein glücklicher Mensch sein!
Wieso?

In anderen Sportarten ist es fast unmöglich, kurz vor der Endrunde um die deutsche Meisterschaft einen Lehrgang einzuschieben und zwei Länderspiele zu absolvieren – Sie haben es gemacht.
Ich habe tatsächlich bessere Arbeitsbedingen als die meisten meiner Kollegen, die eine professionelle Liga als Partner haben. Selbst der Kollege Löw musste sich damit rumschlagen, dass Bayern München kurz vor der EM ein Spiel gegen die Niederlande macht und deshalb die Nationalspieler nicht abstellen kann. Die Europameisterschaft ist ja kein ganz unwichtiges Turnier, und die Vorbereitung als Team ist auch nicht so unwichtig. Ich glaube, in der Zusammenarbeit von Liga und Nationalmannschaft kann man einiges verbessern, von außen betrachtet kommt es mir so vor, dass in diesem Fall nicht die optimale Lösung gefunden wurde.

Was machen Sie denn anders?
Ich habe eine sehr kooperativ eingestellte Liga. Aber auch bei uns ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen.

Und weswegen gibt es bei Ihnen hin und wieder unterschiedliche Meinungen?
Wir haben die gleichen Konflikte, aber die werden anders gelöst. Die Liga ist auch nicht glücklich, wenn ich mitten in der Saison Leistungsdiagnostik, Athletiklehrgänge oder Maßnahmen mit Länderspielen mache, denn da ist natürlich immer ein Verletzungsrisiko bei den Spielern da. Trotzdem sieht die Liga auch den großen Nutzen dieser Maßnahmen.

Aber wie stellen Sie es an, dass die Konflikte zu Ihren Gunsten gelöst werden?
Es ist so, dass die Vereine sehr davon profitieren, dass sie Spieler in der Nationalmannschaft haben, denn hier können sie sich entwickeln. Das liegt daran, dass wir a) in der Weltspitze sind und b) fast ausschließlich gegen sehr starke Mannschaften spielen. Das ist anders, als wenn die Jungs nur in der Bundesliga trainieren und spielen würden.

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