Auf der Hochzeitsmesse „Mr & Mrs“ in Sindelfingen zeigen Aussteller die Hochzeitstrends von heute. Neben Klassikern wie Kleider und Ringe gab es auch Angebote zu ernsten Themen, um Brautpaare auf die Ehe vorbereiten.
Welches Essen soll aufgeboten werden? Welche Ringe passen zu uns? Wie sieht das perfekte Kleid oder der perfekte Hochzeitsanzug aus? Fragen über Fragen, die sich Brautpaare im Vorfeld ihres großen Tages stellen müssen. Gut, wenn es einen Ort gibt, an dem all die offenen Punkte, die mitunter auch zu Streit führen, gelöst werden können. Die Hochzeitsmesse „Mr & Mrs“ in Sindelfingen macht(e) es möglich.
Marie Kurzmann ist eine von zwei Veranstalterinnen der Messe, die von nun an „Lovebee“ heißen wird: „Nachdem wir coronabedingt zwei Messen hier in Sindelfingen absagen mussten, freuen wir uns, dass es diesmal geklappt und sie viel Zulauf gefunden hat“, sagt Kurzmann. Die rund 1200 Interessierten, die am Samstag und Sonntag den Weg in die Stadthalle Sindelfingen gefunden haben, konnten sich inspirieren lassen von 80 Ausstellern aus verschiedenen Bereichen.
Die Liste der möglichen Hochzeitsdienstleister ist lang
Den perfekten Tag einfangen sollen Foto- und Videografen, für die Kulinarik sorgen Cateringservices, Ringberater suchen geeignete Ringe, Modeexperten das ideale Hochzeitskleid, Sänger und DJs bringen Musik, ein alter DDR-Wohnwagen mit integrierter Fotobox den nötigen Spaß ins Spiel. Fitnessstudios helfen dabei, die gewünschte Hochzeitsfigur zu erreichen. So könnte die Liste der einschlägigen Dienstleister weitergeführt werden. Ohne Ringe oder Anzug beziehungsweise Kleid geht allerdings nichts. Hannes Luz arbeitet für „Ewige Ringe“ aus Böblingen. Auf der Messe stellt er neben den Klassikern aus Platin und Gold auch neue Trends vor, so zum Beispiel Memoir-Ringe oder dunkelfarbige Ringe aus Tantal. „Tantal ist ein sehr robustes Material, das ziemlich unkaputtbar ist. Das symbolisiert den Ewigkeitscharakter eines Eherings“, erläutert Luz. Ob Ringeaussuchen immer in Harmonie vonstattengeht? Hannes Luz kann durchaus auch anderes berichten: „Wir sind oftmals Psychologen und müssen vermitteln, weil sich das Paar uneinig ist.“
Für solche Fälle sind dann die Dienste von Eheberatern gefragt. Auch die sind auf der Sindelfinger Messe vertreten. Zwar kann man davon ausgehen, dass Heiratswillige verliebt sind, wenn sie sich für den Bund der Ehe entscheiden; dass deshalb nur heile Welt herrsche, entspräche aber nicht der Realität, sagt Sieglinde Reiche vom „Offenen Abend“, einer Gemeinschaft der Evangelischen Landeskirche: „Wir bieten einen Ehevorbereitungskurs an. An fünf Abenden wird an einer verbesserten Paarkommunikation oder einer konstruktiven Konfliktlösung gearbeitet. Erfahrungsgemäß hat jedes Paar seine Themen. Manche führen zu Konflikten.“ Ein Streitpunkt, sagt Reiche – die 37 Jahre lang verheiratet ist und durchaus auch „schwierigere Zeiten“ erlebt habe –, seien unter anderem Eltern oder Schwiegereltern. „Auch hier kann unser Angebot helfen“, betont Reiche an ihrem Stand zwischen strahlenden Oldtimern, Kleidern und Ringen.
Die Wünsche des Bräutigams nicht vergessen
Neben viel Glitzer, der vor allem die Braut ansprechen dürfte, war auch an die Männer gedacht worden – mit einem Spirituosen-Tasting-Stand, Barber mit entsprechendem Haarschneideangebot, Tischkicker und den Anzugtrends für die Bräutigame von heute – einem entspannterem Look mit helleren Farben und lockeren Stoffen. „Auch die Herren schauen immer gerne herum“, konstatiert Organisatorin Marie Kurzmann.