Helfer sortieren Spenden für die Betroffenen der Flutkatastrophe. Foto: dpa/Peter Georgi

Nach der Flutkatastrophe stehen viele Betroffene vor dem Nichts, doch von außen kommen immer mehr Hilfsangebote. Welche Arten von Spenden jetzt am meisten helfen und wie Unterstützung am besten zu den Opfern kommt.

Dernau an der Ahr - Die Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hat mindestens 170 Menschen das Leben gekostet, viele weitere haben ihr Zuhause an die Fluten verloren. So wie Hotelier Christopher Appel, der sich in seinem Haus in Dernau an der Ahr nur knapp ins Dachgeschoss retten konnte. „Wir sind einfach nur froh, dass wir leben“, sagte Appel der Deutschen Presseagentur. Das Tal sei „überwältigt“ von der Hilfe, sagt Appel. Viele Menschen aus ganz Deutschland haben begonnen, Geld oder Hilfsgüter zu spenden. Wir klären die wichtigsten Fragen zu Spenden für die Opfer des Hochwassers.

 

Werden Sachspenden angenommen?

Sowohl die Kreisverwaltungen als auch Hilfsorganisationen weisen seit mehreren Tagen darauf hin, dass sie bereits genug Sachspenden erhalten haben. Der Kreis Euskirchen schreibt auf Facebook, es bestehe vielerorts das Problem, „dass zusätzliche Spenden nicht verwaltet und gelagert werden können.“ Auch die Verwaltung des Rhein-Erft-Kreises teilte am Sonntag auf ihrer Internetseite mit: „Die Hilfsbereitschaft der Menschen ist ungebrochen. Es sind bereits unfassbar viele Sachspenden zusammen gekommen.“ Der Kreis Euskirchen betont, Spenden- und Hilfsangebote seien nicht unkoordiniert, sondern nur in direktem Kontakt mit Betroffenen sinnvoll.

Um Hilfsangebote von Privatpersonen und Hilfesuchende zusammenzubringen, hat das rheinland-pfälzische Sozialministerium das Online-Portal „Fluthilfe“ eingerichtet. Unter fluthilfe.rlp.de können Bürgerinnen und Bürger Sachspenden oder Unterkünfte anbieten. Betroffene wiederum können angeben, was ihnen fehlt. Sozialminister Alexander Schweitzer (SPD) und der Opferbeauftragte der Landesregierung, Detlef Placzek, hoffen auf eine rege Nutzung der Plattform und ein „Zeichen des Mitgefühls und der Hoffnung für die Betroffenen.“

Welche Spenden helfen?

Derzeit bitten sowohl die betroffenen Landkreise in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz als auch Hilfsorganisationen in erster Linie um Geldspenden. Dafür haben sie mehrere offizielle Spendenkonten eingerichtet (siehe Infokasten). Das Land Rheinland-Pfalz verfügt ebenfalls über ein eigenes Spendenkonto für die Flutkatastrophe. Die „Aktion Deutschland hilft“ sammelt an zentraler Stelle Spenden für Hilfsorganisationen wie den Arbeiter-Samariter-Bund, die Johanniter oder die Malteser, deren Einsatzkräfte vor Ort die betroffenen Menschen unterstützen. Auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Caritas oder das Technische Hilfswerk (THW) nehmen Geldspenden an.

Wohin können Firmen spenden?

Um Sachspenden von Firmen zu koordinieren, hat das Land Rheinland-Pfalz die zentrale E-Mail-Adresse hochwasserhilfe@add.rlp.de eingerichtet.

Werden Freiwillige vor Ort gebraucht?

Eine Sprecherin des DRK erklärt, man rate „allen Bürgerinnen und Bürgern davon ab, in die betroffenen Unwettergebiete zu fahren.“ Denn: „Sie könnten sich und andere damit in Gefahr bringen.“ Die Menschen würden bereits durch Hilfsorganisationen, THW und Feuerwehr versorgt. Stattdessen sollen sich Hilfswillige an eigens eingerichtete Telefonnummern und E-Mail-Adressen der Landkreisverwaltungen wenden.

Welche Spendenaktionen gibt es?

Das von der Flutkatastrophe stark betroffene Ahrtal ist bekannt für seine großen Weinanbaugebiete. Der Deutsche Weinbauverband spricht in einer Pressemitteilung von zahlreichen „schwer beschädigten“ Betrieben und Weinbergen, aber auch von großer Hilfsbereitschaft unter den deutschen Winzern. Um betroffenen Winzern beim Aufräumen und Wiederaufbauen zu helfen, sammeln verschiedene Verbände Spenden. Der Deutsche Weinbauverband ruft zu Spenden an den Bäuerlichen Hilfsfonds auf, auch der Verband der Deutschen Prädikatsweingüter hat ein Spendenkonto eingerichtet.

Welche Hilfe gibt es für Tiere im Hochwassergebiet?

Der Deutsche Tierschutzbund erklärt, das Hochwasser habe auch Tiere und Tierheime im Katastrophengebiet „hart getroffen“. Auf der Facebook-Seite des Verbands heißt es, einige Tierheime seien selbst von Überflutungen betroffen. Gleichzeitig hätten mehrere Tierschutzvereine und Tierheime in der Umgebung kurzfristig Hilfe angeboten, Haustiere aufgenommen und Futter sowie Medikamente verteilt. Der Tierschutzbund sammelt nun Spenden, um die Tierheime zu unterstützen. Der Rhein-Erft-Kreis teilte am Montag mit, zurückgelassene Tiere seien aus der Gefahrenzone gebracht und an die „Tierhilfe Vierbeiner Erftstadt“ übergeben worden. Eine Telefonhotline der Stadt Erftstadt informiere Tierhalter über den Verbleib ihrer Lieblinge.