Wegen des Dauerregens tritt die Rems in Waiblingen am Samstag an mehreren Stellen über das Ufer. Die Waiblinger schreckt das nicht ab – im Gegenteil: der Fluss zieht viele Schaulustige an.
So häufig wie am Samstag wurde die Rems in Waiblingen selten fotografiert. So hoch wie nach dem Starkregen der vergangenen Tage war der Remspegel allerdings auch schon lange nicht mehr. Zahlreiche Spaziergänger, darunter viele Familien mit Kindern, pilgerten trotz des Dauergetröpfels von oben am Nachmittag zum Ufer, um einen Blick auf die braune Brühe und die eindrucksvoll vorbeirauschenden Wassermassen zu werfen. Typische Körperhaltung: links der Regenschirm, rechts das gezückte Handy.
Die Stadt hatte die Wege links und rechts der Rems und der Remsarme abgesperrt, doch auch von den etwas höher gelegenen Bereichen hatte man beste Sicht auf die Szenerie. Unterhalb der Michaelskirche war es besonders eindrucksvoll, wie schnell das Wasser unterwegs war und wie immer wieder in erstaunlichem Tempo neben vielen Ästen auch einzelne Baumstämme vorbei brausten.
Feuerwehr versorgt Bewohner mit Sandsäcken
Ab der Bücke zwischen dem Beinsteiner Tor und der Schwaneninsel stand das Wasser besonders hoch. Dieser Übergang war allerdings nicht gesperrt, im Gegensatz zu jenem Brückchen zwischen dem Biergarten auf der Schwaneninsel und der Erleninsel. Gitter hielten die Neugierigen zurück – und dass die Brückengeländer einfach nach innen eingeklappt waren, hatte man zuvor auch noch nie gesehen.
Für die Bewohner der Häuser direkt am Remsarm unterhalb des Rathauses hatte die Feuerwehr Sandsäcke herbeigeschafft, um die Räume direkt am Ufer zu schützen. „Derzeit ist es noch trocken, hoffentlich bleibt’s so“, sagt eine Anwohnerin.
Die Kunstwerke am Uferbereich vor dem Diakonie-Gästehaus „Insel“, normalerweise eine grüne Wiese, standen zur Hälfte im Wasser.
Bei der Galerie Stihl Waiblingen trotzte der Reiter, also der „Mann auf dem Seepferdchen“, ein 2018 dort mitten in der Rems verankertes Kunstwerk von Stephan Balkenhol, ziemlich unbeeindruckt den Wassermassen.
Ein kurzer Spaziergang über die Brücke zum Parkplatz der Stihl-Galerie zeigte, dass auf der Nordseite der Rems beim Häckerwehr bei der Fischtreppe landunter herrschte – nichts zu sehen von der sonst so hilfreichen Umgehungsgerinne, wie sie offiziell heißt. Keine leichte Sache also derzeit auch für die Fische in der Rems.