Im Jahr 2010 hat Starkregen massive Schäden angerichtet. Obwohl die Notwendigkeit eines zentralen Baus für den Hochwasserschutz unbestritten ist, gibt es ihn bis dato nicht.
Beharrlich blieb die Bürgerin dran am Thema, ein um das andere Mal hakte sie in Bürgerfragestunden des Gemeinderats nach, mindestens einmal im Jahr. Zusätzlich auch dann, wenn Oberbürgermeister Michael Makurath in einer öffentlichen Ratssitzung von einem anstehenden, weiteren Planungstermin mit den Behörden gesprochen hat, fragte sie nach dem Stand der Planungen für das Hochwasserschutzbauwerk im Scheffzental. Sie tat das stets verbindlich im Ton. Auf diese Weise nötigte sie mit ihrer Beharrlichkeit in gewisser Weise sowohl den Räten als auch dem Ratsvorsitzenden Makurath Respekt ab – zumal die Ditzingerin selbst in einem vom Hochwasser im Jahr 2010 stark betroffenen Gebiet lebt.
Der Bedarf für einen Schutz wurde bald nach dem Hochwasser im Jahr 2010 festgestellt, doch die Pläne waren eben nicht gemacht und vor allem waren diese auch nicht genehmigt. Doch jetzt, gut anderthalb Jahrzehnte nach dem verheerenden Hochwasser, ist ein Baustart absehbar.
Starkregen überflutete Keller, Schulen und Sporthalle
Die Stadtverwaltung hat kurz vor der Weihnachtspause mitgeteilt, dass mit der formalen Planfeststellung die Baugenehmigung Anfang des Jahres 2026 vorliegen werde. Läuft alles nach Plan – und wird auch ein entsprechender Antrag auf Fördermittel bewilligt – sei „vorgesehen, die Arbeiten im Juni 2026 vergeben zu können“.
Das Wasser flutete im Sommer 2010 während des Starkregens binnen kurzer Zeit unter anderem Keller, Schulen und Sporthalle. Die Schäden gingen in die Millionen. In der Folge schlossen sich die Große Kreisstadt, Gerlingen, Hemmingen, Korntal-Münchingen, Markgröningen und Schwieberdingen sowie Leonberg und Stuttgart zusammen. Sie sind über die Glems beziehungsweise deren Nebengewässer miteinander verbunden und waren deshalb alle vom Hochwasser betroffen – wenn auch mit unterschiedlichem Ausmaß. Diese interkommunale Kooperation, die unter anderem zur Erstellung von speziellen Gefahrenkarten führte, hatte landesweiten Modellcharakter. Jener Starkregen war das zweite Ereignis binnen zwei Jahren gewesen. Das hatte die Kommunen einmal mehr aufgeschreckt.
„Erschreckend“, dass der Schutzbau noch nicht existiert
Gleichwohl harrt ein Schutzbauwerk immer noch der Realisierung, allen Beteuerungen zum Trotz, dass das bald gebaute Provisorium tatsächlich nur provisorischen Charakter haben sollte. Aus den Reihen der Freien Wählern war anlässlich des zehnjährigen Jahrestags des Hochwassers konstatiert worden, es sei erschreckend, das selbst zehn Jahre später der Bau noch nicht existiere.
Zum Schutz der Sporthalle wurden Erdschutzwälle gebaut
Der vorgesehene Hochwasserschutz besteht aus einigen Einzelmaßnahmen, wirkt aber wie in der Ditzinger Innenstadt vor allem auch aus der Summe der Veränderungen. Zum einen wurden die Gebäude selbst geschützt, wie etwa die Sporthalle in der Glemsaue. Dafür wurden unter anderem Erdschutzwälle gebaut, um das Regenwasser um das Gebäude herumzuleiten. Die Sicherung der Gebäude und die Modellierung des Geländes liegt ebenso in der Verantwortung der Kommune wie auch die Aufweitung von Retentionsflächen entlang von Bachläufen, sollte der Wasserlauf wieder einmal über die Ufer treten.