In Menzenschwand schießt in der Nacht das Wasser der Alb, einem Rheinzufluss in Südschwarzwald, über Straßen, Wege und Hänge. Foto: dpa

Am Morgen hat sich die Lage in dem Schwarzwaldstädtchen Sankt Blasien entspannt. Im Teilort Menzenschwand gibt es nun Probleme mit der Trinkwasserversorgung.

Sankt Blasien - Nach den Überflutungen und einem Erdrutsch haben in Sankt Blasien (Kreis Waldshut) die Aufräumarbeiten begonnen. Das größte Problem sei momentan noch die Trinkwasserversorgung im Teilort Menzenschwand, teilten die Behörden mit. Dort war eine Straße durch die Geröll- und Wassermassen so stark beschädigt worden, dass eine Trinkwasserleitung barst. Man sei darum bemüht, die Versorgung so schnell wie möglich wieder zu gewährleisten, hieß es. Die Bevölkerung des 500-Seelen-Dorfes wurde über Lautsprecherdurchsagen aufgefordert, das Trinkwasser vorerst abzukochen.

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Die Einsatzleitung der beteiligten Hilfskräfte habe sich am Morgen einen ersten Überblick über die Lage verschafft. Demnach habe es offenbar keine Verletzten gegeben. Ein Erdrutsch hatte in Menzenschwand sieben Häuser verschüttet. Vier Bewohner mussten von der Feuerwehr gerettet werden. Auch in Sankt Blasien drohte zeitweise ein Hang abzurutschen. Hier wurden 27 Häuser vorsorglich evakuiert. Die rund 120 Bewohner konnten jedoch schon in der Nacht wieder zurückkehren.

Zahlreiche Keller seien jedoch geflutet worden. Angaben über die Schadenshöhe lägen jedoch noch nicht vor. Nach Einschätzung der Experten am Einsatzort habe sich die Lage entspannt. Die Landesstraße im Albtal ist jedoch noch gesperrt. Auch in Zell im Wiesental (Kreis Lörrach) drohte ein Trinkwasserbrunnen vom Hochwasser erfasst zu werden. Auch dort zeichne sich aber eine Entspannung ab, erklärte das Innenministerium.

Innenminister dankt Rettungskräften

Innenminister Thomas Strobl (CDU) dankte den mehreren Tausend Helfern unter anderem von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Bergwacht für ihren Einsatz. Das Ministerium warnte davor, dass es wegen durchnässter Böden und hoher Wasserstände auch in den nächsten Tagen noch zu Hangrutschen, umstürzenden Bäumen und vollaufenden Kellern kommen könne. Uferbereiche und Wälder sollten nicht betreten werden.

Besonders im Regierungsbezirk Freiburg und im nördlichen Teil des Regierungsbezirks Karlsruhe hätten die Einsatzkräfte mit überfluteten Straßen, vollgelaufenen Kellern und umgestürzten Bäumen zu tun. In der Schwarzwaldstadt St. Blasien (Kreis Waldshut) waren sieben Häuser von einem Erdrutsch betroffen. Feuerwehrlaute retten vier Bewohner. Rund 120 Menschen verbrachten die Nacht in einer Sporthalle. Sie mussten ihre Häuser wegen Überflutung der Straße verlassen. Zu den finanziellen Schäden des Unwetters gab es am Freitag noch keine Informationen.