Erligheim nach dem Starkregen. Foto: Jürgen Kunz

Nachdem am Sonntagmorgen das Hochwasser der Rems, Murr und Neckar die Region in Atem hielt, sind es am Nachmittag Starkregenereignisse im Nordwesten des Kreises. Es kam zu einem Hangrutsch, eine Zugstrecke ist gesperrt, Wohngebäude stehen unter Wasser.

Der Kreis Ludwigsburg ist am Sonntag nicht zur Ruhe gekommen. Während die Rettungskräfte den ganzen Morgen und Mittag Einsätze an der Rems, Murr und Neckar gefahren sind, mussten sie am Nachmittag in Richtung Erligheim, Löchgau, Sachsenheim und Walheim ausrücken. Ein Starkregenereignis hat dort zu vollgelaufenen Kellern, Hangrutschen und einer gesperrten Bahnstrecke geführt. In Sachsenheim sollen innerhalb weniger Stunden rund 50 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen sein. Ein Überblick über die Erkenntnisse am Sonntagabend.

 

Hochwasserlage entspannt sich

Die gute Nachricht: Die Hochwasserlage an den Flüssen des Landkreises hat sich im Laufe des Sonntagabends ein wenig entspannt. Laut Kreisbrandmeister Andy Dorroch fallen die Pegel leicht – auch bei Rems und Murr, die den Behörden am Morgen noch große Sorgen bereitet hatten. Zudem würden die mobilen Dämme in Neckarrems und in Hessigheim gut funktionieren und die Wohngebiete schützen. Am frühen Nachmittag standen noch Evakuierungen von Menschen zur Debatte, die an Murr, Rems oder Neckar leben. Besonders um die Bewohner des Altersheims Kleeblatt in Steinheim, direkt an der Murr, sorgten sich die Verantwortlichen. „Evakuierungen sind aktuell kein Thema mehr“, sagt Andy Dorroch.

Die schlechten Nachrichten: Während sich die Lage an den Flüssen entspannt, führte ein Starkregenereignis im Nordwesten des Landkreises am Sonntagnachmittag zu erheblichen Schäden. „Wir mussten am Nachmittag sämtliche Einheiten in Richtung Walheim, Löchgau, Erligheim und Sachsenheim schicken“, sagt Dorroch. Während man also am Mittag im Krisenstab des Bevölkerungsschutzes noch über das Hochwasser beraten hatte, mussten die Verantwortlichen wenige Stunden später ihren Fokus auf den Starkregen umschwenken.

Laut ersten Einschätzungen durch Dorroch ist der Schaden enorm. „Der Boden konnte kein Wasser mehr aufnehmen, das Wasser kam dann eins zu eins den Hang runtergelaufen.“ Etliche Wohnhäuser sind beschädigt, mehrere Keller mit Wasser vollgelaufen. Der Starkregen habe also deutlich mehr Schäden angerichtet als das Hochwasser, fasst Dorroch zusammen.

An der Bahnstrecke zwischen Besigheim und Wahlheim ist es zudem zu einem Hangrutsch gekommen, die Bahnstrecke war am Sonntagabend komplett gesperrt. Der gesamte Bevölkerungsschutz des Kreises, also Feuerwehr, Polizei und THW, war am Sonntagabend laut Dorroch im Einsatz.

In Gerlingen hat Starkregen am Nachmittag das alte Freibadbecken geflutet – und zwar bis an den Rand. Der Betreiber des Naturfreundehauses hatte Alarm geschlagen und den Notruf gewählt. Das Wasser aus dem Schwimmbecken drohte das Vereinsheim und das dazugehörige Gelände zu überfluten. Die Gerlinger Feuerwehr hatte mehrere elektrische Tauchpumpen und eine so genannte Tragkraftspritze im Einsatz. Das Krummbachtal war teilweise voll gesperrt.