Hochschulstreit: Präsident wirft hin Heilbronn soll Universitätsstadt werden

Von Brigitte Fritz-Kador 

Der Heilbronner Bildungscampus strebt universitäre Weihen an. Foto: Fritz-Kador
Der Heilbronner Bildungscampus strebt universitäre Weihen an. Foto: Fritz-Kador

Die Schwarz-Stiftung will in der Stadt einen Ableger der Uni Mannheim installieren. Das ärgert den derzeitigen Präsidenten der GGS-Hochschule so, dass er sein Amt aufgibt – er fühlt sich übergangen.

Heilbronn/Mannheim - Die Hochschulstadt Heilbronn soll nach dem Willen der Stiftung des Lidl-Gründers Dieter Schwarz in die nächste Liga aufsteigen und Universitätsstadt werden. Doch nicht jeder ist davon begeistert: Über Nacht hat der in der Stadt populäre Präsident der Hochschule GGS (German Graduate School of Management and Law), Dirk Zupancic, sein Amt hingeworfen. Der Präsident habe sich übergangen gefühlt, sagt Erhard Klotz, die graue Eminenz der Stiftung, weil er in die Pläne nicht eingebunden gewesen sei.

Zupancic wurde von der Stiftung freigestellt, sein Vertrag läuft bis 2020. Er ist seit 13 Jahren in Heilbronn für die Schwarz-Stiftung tätig, hatte seit 2009 die Führung der GGS inne und leitete sie von 2011 an. Die ganz von der Dieter-Schwarz-Stiftung finanzierte private GGS war lange das Sahnestück des Heilbronner Bildungscampus – von Absolventen sehr gelobt. „Die GGS ist ein einzigartiges Hochschulprojekt, so eine Aufgabe gibt es nicht noch einmal“, sagt Zupancic. Er habe sie mit Leidenschaft betrieben. Die Trennung gehe aber „im gegenseitigen Einvernehmen“ vor sich.

Bisherige Hochschule wird Bauernopfer

Nun wird die GGS zum Bauernopfer für ehrgeizige Pläne: Die Dieter-Schwarz-Stiftung führt – so heißt es in deren Meldung dazu – mit der Mannheim Business School (MBS), dem organisatorischen Dach für die Management-Weiterbildung an der Universität Mannheim, und deren Fakultät für Betriebswirtschaftslehre Gespräche über den Aufbau eines „Campus Heilbronn“ der MBS. Getragen von der Schwarz-Stiftung, gehe es um „die Errichtung einer eigenen Lehr- und Forschungseinheit in Heilbronn, in der die GGS aufgehen kann“.

„Ja, Heilbronn soll damit Universitätsstadt werden“, bestätigt Reinhold Geils­dörfer, der Geschäftsführer der Schwarz-Stiftung. Der jüngste Schritt verlief nach dem gleichen Muster wie der, als erst Teile des Mosbacher Standorts der Dualen Hochschule Baden-Württemberg herausgelöst und nach Heilbronn verlagert wurden, dann wurde Heilbronn zum ­eigenen Standort aufgewertet. ­Damals ist der Mosbacher Rektor ebenfalls ­zurückgetreten.

In Heilbronn soll man künftig promovieren können

Nun soll die ganze universitäre Bildungskette mit Forschung und Lehre bis hin zur Promotionsberechtigung in Heilbronn installiert werden – wie es Geilsdörfer umschreibt. Die Pläne sehen vor, eine Reihe zusätzlicher Professuren zu schaffen. Heilbronn werde künftig „wirtschaftswissenschaftliche Forschung und Lehre auf weltweitem Spitzenniveau“ anbieten.

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