Hochschule in Hohenheim wird erweitert Uni baut für über 20 Millionen Euro

Von David Mairle 

Im  Rettenmaier-Audimax sollen 600 Studenten Platz haben. Es kostet 6 Millionen Euro  und soll zum März 2016 Foto: Stadtmessungsamt Stuttgart
Im Rettenmaier-Audimax sollen 600 Studenten Platz haben. Es kostet 6 Millionen Euro und soll zum März 2016 Foto: Stadtmessungsamt Stuttgart

Bald kommen die Bagger. Im April beginnen die Bauarbeiten auf dem Gelände der Universität Hohenheim. Ein Hörsaal wird gebaut, die Mensa erweitert und das Biologiezentrum saniert.

Stuttgart - Ursprünglich war die Uni Hohenheim auf 5000 Studierende ausgelegt. Mittlerweile sind es fast doppelt so viele: 9936 Menschen sind an der Hochschule eingeschrieben – damit sind die Kapazitäten der Uni an ihre Grenzen angekommen. Deswegen wird demnächst auf dem Campus der Universität Hohenheim an drei Stellen gebaut. 20 Millionen Euro fließen in die Projekte, die bis zum April 2016 abgeschlossen sein sollen. „Bei drei größeren Bauprojekten auf einmal muss man natürlich Einschränkungen in Kauf nehmen“, sagt Stephan Dabbert, Rektor der Uni Hohenheim. „Aber wir sind vor allem froh, dass es jetzt voran geht, dass etwas passiert.“

Um die vollen Hörsäle ein wenig zu entlasten, wird an das Biologiezentrum ein neues Hörsaalgebäude angebaut. Das Otto-Rettenmaier-Audimax soll für 600 Studierende Platz bieten. Seinen Namen verdankt es dem Heilbronner Unternehmer Otto Rettenmaier, der auch Ehrensenator der Hohenheimer Universität ist. Er hat den sechs Millionen Euro teuren Bau mit einer Spende von drei Millionen Euro unterstützt. Zwei weitere Millionen steuert das Land bei, das bereits im Jahr 2012 dem Bau zugestimmt hatte. Die verbleibende Million zahlt die Universität aus ihrem eigenen Etat. Spatenstich ist im Mai diesen Jahres. Im März 2016 soll der Hörsaal in Betrieb genommen werden. Trotzdem wird die Obergrenze der Uni bei 10 000 Studierenden bleiben. „Da werden wir nicht drüber können“, sagt der Rektor.

Das meiste Geld fließt aber in die Brandschutzsanierung des Biologiezentrums – hierfür sind 12 Millionen Euro veranschlagt. „Das Gebäude stammt aus den 70er Jahren“, sagt Rektor Dabbert. „Damals gab es noch nicht so strenge Richtlinien zum Brandschutz. Deswegen bessern wir da jetzt nach.“ Durch die Sanierung wird in erster Linie die Technik in dem Gebäude nachgerüstet. Deswegen wird es nach der Veränderung idealerweise wieder genau so aussehen, wie davor.

Fürs Campusgelände gibt es keinen Bebauungsplan

Die 12 Millionen Euro übernimmt das Land. Während der Sanierung kann das Gebäude aber nicht in vollem Umfang genutzt werden, etwa 150 Forscher müssen ihre Büros räumen. „Die können zum Teil in anderen Räumen unterkommen“, sagt Dabbert. „Viele werden aber auch in einer Containeranlage hinter dem Gebäude arbeiten.“ Für die 500 Quadratmeter große Übergangslösung wird die Universität eine Million Euro aus dem eigenen Etat zahlen. Die Container werden nach der Sanierung aber dort stehen bleiben und anders genutzt werden. Außerdem wird die Mensa der Universität um erweitert. In dem Anbau sollen über 280 Studierende Platz finden. Die Kosten für die Erweiterung, 2,9 Millionen Euro, übernehmen zu gleichen Teilen das Land und das Studentenwerk. Die Pläne für diesen Bau waren schon vor zwei Jahren fertig, allerdings hat sich das Projekt verzögert. Die Uni wollte auf einem Grünstreifen bauen. „Doch für das Gelände gibt es keinen Bebauungsplan“, erklärt der Rektor. „Deswegen müssen wir jetzt alles mit der Stadt und dem Land durchdiskutieren.“ Der Anbau wird derzeit neu geplant.

Damit das nicht noch einmal vorkommt, hat die Uni eine Arbeitsgruppe gegründet. Die Planer sollen mit den zuständigen Ämtern eng zusammenarbeiten. Bis zum Sommer soll die Arbeitsgruppe austüfteln, wo und was auf dem Campus sonst noch entstehen könnte. Im Blick hat die Uni zum Beispiel sämtliche Gewächshäuser, die in die Jahre gekommen sind. „Die Gewächshäuser verschleudern viel zu viel Energie“, sagt Dabbert. „Außerdem hätten wir gerne mehr Wohnheime und Parkplätze.“ Aber der Rektor weiß: „Es gibt keine goldene Lösung, deswegen müssen wir Kompromisse eingehen.“

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