Wegen Reisebeschränkungen können die Pianisten aus Asien nicht nach Freiburg kommen. Gespielt haben sie das Klavier in der baden-württembergischen Hochschule trotzdem. (Symbolbild) Foto: dpa/Bodo Marks

Die Bewerber sitzen in Shanghai und Tokio, doch das Klavier spielt in der Hochschule für Musik in Freiburg. Die Tastenbewegungen werden per Internet übertragen. Parallel läuft eine Video-Aufnahme.

Freiburg - Die Corona-Krise macht’s möglich: An der Hochschule für Musik in Freiburg gibt es erstmals eine Aufnahmeprüfung, bei der Studienbewerber aus dem Ausland per ferngesteuertem Klavier vorspielen. Drei Pianisten in Shanghai und Tokio dürfen an diesem Mittwoch ihr Können vor der Prüfungskommission auf einem sogenannten Reproduktionsklavier unter Beweis stellen. Übertragen wird die Tastenbewegung per Internet auf ein Klavier in Freiburg, wie die Hochschule mitteilte. Parallel dazu gibt es eine Videoübertragung.

Die coronabedingten Reisebeschränkungen erschweren derzeit eine Anreise für internationale Bewerber. Deshalb habe man neben einer Video-Bewerbung auch diese aufwendigere Möglichkeit geschaffen, sagte am Dienstag ein Sprecher der Hochschule. „Die Tonqualität ist um ein Vielfaches besser.“

Bei dem Disklavier - so der Markenname - gebe es bis zu 1024 Möglichkeiten, wie stark der Hammer auf die Seite schlagen kann. Dies sei eine hochauflösende Präzision, die es erlaube, künstlerische Differenziertheit bestmöglich zu erfassen. Das erste Vorspiel komme aus Shanghai (China) mit einem Stück von Johann Sebastian Bach.

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