Der Prodekan der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen, Stephan Zipfel (links), die Esslinger Dekanin der Fakultät Soziale Arbeit, Astrid Elsbernd, und Klaus Tischler vom Universitätsklinikum Tübingen feiern die Einweihung des Gesundheitscampus auf dem Esslinger Hengstenbergareal.Foto:Ines Rudel Foto:  

Die Esslinger Hochschule arbeitet mit der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen zusammen, um den Nachwuchs in den Pflegeberufen zu qualifizieren. Vier neue Studiengänge sind geplant.

Esslingen - Zwar fehlen noch ein paar wichtige Details. Dennoch hat Astrid Elsbernd, die Dekanin der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege der Hochschule Esslingen, am Mittwoch gestrahlt. Denn in einem der Neubauten auf dem Hengstenbergareal in der Mettinger Straße 131 ist an diesem Tag der neue Gesundheitscampus der Hochschule Esslingen offiziell eröffnet worden. Damit sind auf 500 Quadratmetern die räumlichen Voraussetzungen für die Erweiterung des Studienangebots in den Pflegeberufen geschaffen worden.

Voraussichtlich im Wintersemester 2018/ 2019 sollen die ersten Studenten in Esslingen unweit des geplanten Neubaus der Hochschule in der Neuen Weststadt ihr Studium aufnehmen. Im Erdgeschoss warten mehrere Seminar- und Mitarbeiterräume mit herrlichem Blick auf die benachbarten Weinberge auf die Studenten und die noch zu berufenden Professoren.

Zwei Bachelor- und zwei Master-Studiengänge sind geplant

„Für uns ist das gleich in mehrfacher Hinsicht ein historischer Moment“, betonte Astrid Elsbernd bei der Eröffnung. Bemerkenswert sei nicht nur die Zusammenarbeit der Esslinger Hochschule mit der renommierten medizinischen Fakultät der Eberhard-Karls-Universität und mit dem Tübinger Universitätsklinikum. Besonders wichtig ist für Astrid Elsbernd auch, dass sich die Studentinnen und Studenten der vier neuen, gemeinsam von Esslingen und Tübingen angebotenen Studiengänge mit ihrem Abschluss direkt für einen Arbeitsplatz bewerben können.

Geplant sind vier solcher berufsqualifizierender Studiengänge: Im Bereich „Pflege“ können 60 Bewerber im Wechsel zwischen Esslingen und Tübingen ihren Bachelorabschluss machen – und in Esslingen dann noch den Masterstudiengang „Pflegewissenschaft“ anhängen. Mit Esslinger Unterstützung gibt es zudem in Tübingen den Bachelorstudiengang „Hebammenwesen“ und den Masterstudiengang „Population Based Medicine“.

Oft werde sie gefragt, erzählt Astrid Elsbernd, ob man denn wirklich akademische Krankenschwestern brauche. Aber angesichts der demografischen Entwicklung und der sich daraus ergebenden Herausforderungen ist es aus ihrer Sicht sogar unerlässlich, das Pflegepersonal weiter zu qualifizieren und die Forschung voranzutreiben. Schließlich sei es das erklärte Ziel der Hochschule, dass Pflegerinnen und Pfleger in der Lage seien, Menschen trotz deren Pflegebedürftigkeit ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

International hinkt Deutschland weit hinter der Entwicklung her

Im internationalen Vergleich hänge Deutschland Jahrzehnte hinter der Entwicklung her. Aber, so verspricht Astrid Elsbernd: „Wir werden uns mächtig ins Zeug legen, um diese Defizite möglichst schnell aufzuholen.“ Mittelfristig werde man sogar noch deutlich mehr solcher Studienangebote in Deutschland schaffen müssen, die eine akademische Ausbildung des Pflegepersonals ermöglichen.

Ein Problem gibt es aktuell: Momentan fehlt noch die staatliche Berufszulassung für die Absolventen der neuen Studiengänge. Astrid Elsbernd ist aber überzeugt davon, dass die zuständigen Behörden die Zulassung angesichts des vorliegenden Studienplans nicht verweigern können.

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