Berittene Polizei auf der Mercedesstraße – ein gewohntes Bild rund um die Heimspiele des VfB Stuttgart. Foto: IMAGO/Eibner/IMAGO/Eibner-Pressefoto/Wolfgang Frank

Das Bundesverfassungsgericht hat am Dienstagvormittag sein Urteil verkündet: Fußballvereine dürfen an den Mehrkosten für Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen beteiligt werden. Wie reagiert der VfB?

Rund zehn Jahre schwelt der Streit – nun herrscht Klarheit. Die Bundesländer dürfen die Mehrkosten für die erhöhten Polizeibedarf bei Hochrisikospielen den Fußballclubs in Rechnung stellen. Ausgangspunkt für die Debatte war ein Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV im Jahr 2015. Nun verkündete das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe das Urteil.

 

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) ist enttäuscht, vor Gericht endgültig gescheitert zu sein. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sieht für kleinere Vereine ein existenzgefährdendes Risiko. Auch einen drohenden Wettbewerbsnachteil für deutsche Vereine. Ob alle Bundesländer dem Bremer Beispiel folgen, ist allerdings noch unklar. Sollten sich alle oder einige anschließen, könnten Mehrkosten auf die Proficlubs zukommen. Wie reagiert man, zum Beispiel, beim VfB Stuttgart auf die nun drohende Gefahr?

„Ich bin zuversichtlich, dass die DFL, die Clubs und die Politik gemeinsam eine zielführende Umsetzung dieser Entscheidung auf den Weg bringen werden“, sagt Alexander Wehrle. Der Vorstandschef der VfB AG setzt darauf, dass im Südwesten die gängige Zusammenarbeit aller Beteiligten eine Rechnungsstellung der Mehrkosten verhindert. „In Baden-Württemberg setzen wir seit Jahren erfolgreich auf das Modell der Stadionallianzen, das eine enge Zusammenarbeit aller Netzwerkpartner fördert“, sagt er, „dabei stellen wir das übergeordnete Ziel in den Mittelpunkt: sichere Fußballspiele mit möglichst geringen Polizeieinsatzstunden.“

Zudem verweist der Club auf die Investitionen „in hohem Maß“, die der Profifußball „in die Sicherheit der Stadien und Spiele sowie in Präventionsarbeit“ bereits leiste. Dieses Engagement trage entscheidend dazu bei, „dass das Stadionerlebnis in Deutschland zu den sichersten in Europa zählt“.

Trotz allem ist es nicht ausgeschlossen, dass sich die Bundesländer auf eine einheitliche Regelung im Umgang mit den Mehrkosten durch Hochrisikospiele einigen. Ob dann auch die 36 DFL-Clubs eine solidarische Gesamtlösung erarbeiten können, bleibt abzuwarten.

Die Stadionallianzen in Baden-Württemberg sehen regelmäßige Treffen der für die Sicherheit in den Stadion verantwortlichen Beteiligten vor.