Die Wasserspiele vor dem Haus der Geschichte sind abgeschaltet. Foto: Leif Piechowski

Brunnen und Wasserbecken könnten Stuttgartern während der Hitzewelle diese Woche die ultimative Abkühlung verschaffen – zumindest theoretisch. Denn einige sind schon seit langem abgeschaltet. Und daran wird sich zunächst wohl auch nichts ändern.

Stuttgart - Wenn in dieser Woche die Chancen gut stehen, dass der Hitzerekord aus dem Jahr 2015 geknackt wird, wissen viele Menschen sich kaum mehr zu helfen. Ein beherzter Sprung ins Freibadbecken scheint da die einzige Rettung zu sein. Oder zumindest eine Abkühlung am städtischen Brunnen, wenn das Freibad zu weit entfernt ist. Schade nur, dass einen oftmals eine böse Überraschung erwartet, wenn man sich schwitzend und mit hängender Zunge bis zum Brunnen gekämpft hat: Er ist abgeschaltet.

So zum Beispiel das Wasserspiel im Stadtgarten, das direkt vor der Universitätsbibliothek der Uni Stuttgart steht. Da das baden-württembergische Finanzministerium die Verantwortung für staatliche Schlösser und Gärten im Land trägt, kann es auch hier Auskunft geben. Laut Pressesprecher John-Nicolas Heinemann ist die Brunnenanlage bereits seit einigen Jahren abgeschaltet – aus Kostengründen. Bereits in den 90ern herrschte dort Trockenheit. „Für den Kirchentag 2015 wurde das Becken zwischenzeitlich zur Nutzung als Spielfläche mit Sand gefüllt“, sagt er.

Aktuell bestehen Überlegungen, das Wasserspiel wieder in Betrieb zu nehmen. Hierzu unternimmt das Universitätsbauamt Stuttgart und Hohenheim des Landesbetriebs Vermögen und Bau derzeit erste Erkundungen. In enger Abstimmung mit der Universität Stuttgart soll geklärt werden, ob und gegebenenfalls wann die Anlage wieder in Betrieb genommen wird, sagt John-Nicolas Heinemann. Im Stadtgarten an der Universität wird es also in dieser heißen Woche nicht plätschern.

Museumsplatz-Brunnen braucht Sanierung

Auch die Brunnenanlage vor dem Haus der Geschichte in der Konrad-Adenauer-Straße bleibt wohl fürs Erste trocken. „Aus 20 Fontänen strömt das Wasser über die blauen, beleuchteten Mosaikstufen und bringt damit das Farbenspiel des Gesamtensembles besonders zur Geltung“, schreibt die Stadt in ihrer Brunnenbroschüre über das aufwendige Wasserspiel. Sichtbar ist davon zurzeit nichts. Die Anlage wurde seit dem letzten Winter nicht mehr in Betrieb genommen.

Der Grund: „Sie muss in Stand gesetzt werden, da unter anderem die Abdichtung beschädigt ist“, sagt Pressesprecher John-Nicolas Heinemann vom Land. Daher erarbeite das Stuttgarter Amt vom Landesbetrieb Vermögen und Bau derzeit ein Sanierungskonzept. „Wir gehen momentan davon aus, dass die Baumaßnahmen noch in diesem Jahr starten können“, so John-Nicolas Heinemann. Eine genaue Auskunft darüber, wie umfangreich die Bauarbeiten sein werden und wann sie zu Ende gebracht werden können, sei zurzeit nicht möglich.

Während das Stadtpalais einige Meter weiter mit „Stuttgart am Meer“ für das ultimative Sommergefühl sorgt – Abkühlung inklusive, in Form von mehreren Planschbecken und Lagunen – stehen extra errichtete Brunnenanlagen also leer. Daran wird sich wohl in der näheren Zukunft auch nichts ändern. Andererseits gibt es in Stuttgart durchaus Alternativen zu den beiden genannten Wasserspielen. Mit ihren weit über 250 Brunnen nennt sich die Landeshauptstadt zurecht eine Stadt der Brunnen. Wer also verzweifelt vor dem Haus der Geschichte oder im Stadtgarten im Trockenen steht, muss zur Not noch ein paar Ecken weiter – oder eben doch ins Freibad.

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