Der Beton auf Autobahnen – wie hier auf der A93 an der Anschlussstelle Abensberg in Bayern (Archivfoto) – kann durch große Hitze aufbrechen. Foto:  

Gluthitze ist auch für die Straßen ein Härtetest. Platzt die Fahrbahn auf, können schlimme Unfälle passieren. Der heiße Sommer lässt die Zahl der gefährlichen Blow-ups steigen. In Holland streut man deshalb Salz zum Kühlen Salz auf die Fahrbahn.

Utrecht - Europa stöhnt unter der Hitze, und was machen die Niederländer? Sie schicken Streuwagen auf die Straßen. Streusalz bei Tropenhitze sei kein Witz, sagt eine Sprecherin der Kommune Utrechtse Heuvelrug im Osten des Landes. „Das tun wir auf einigen Straßen, um Asphalt zu kühlen.“

Auch die Kommune Noorderveld im Nordosten bereitet ihre Bürger auf Twitter auf das ungewöhnliche Bild von Streuwagen vor: „Wir streuen – im Sommer!“

Salz gegen überhitzte Straßen

Das Salz entzieht der Luft Feuchtigkeit, und die wiederum kühlt den Asphalt. Auf diese Weise sollen Schäden und das Kleben der Straßenoberfläche verhindert werden. Vor allem Städte und Gemeinden im Osten des Landes nahe der deutschen Grenzen setzen diese Methode ein. Bei tropischer Hitze kann der Asphalt so heiß werden, dass er aufbricht und Dellen bekommt.

In Deutschland ist Streuen auf Autobahnen und großen Landstraßen nicht notwendig. Der Asphalt hat nach Angaben der Kommunen bereits eine spezielle Struktur, durch die schneller Feuchtigkeit aufgenommen wird.

Asphaltstraßen können schmelzen

Asphalt heizt sich im Sommer, begünstigt durch seine dunkle Farbe, bei Sonneneinstrahlung auf über 60 Grad Celsius. 70 Prozent der Autobahnen in Deutschland bestehen aus Gussasphalt, einer Mischung aus verschiedenen Gesteinskörnungen, die vom Erdöldestillat Bitumen zusammengehalten wird.

Bitumen hat die Eigenschaft, bei tiefen Temperaturen immer härter und spröder zu werden. Bei sehr hohen Temperaturen hingegen wird Asphalt immer weicher und kann sich verformen, etwa durch Spurrinnen.

Durch Straßenkühlung können die Wärmespitzen des Asphalts im Sommer reduziert werden. Mancherorts werden dafür Spülfahrzeuge der Stadtreinigungsbetriebe eingesetzt, die Wasser auf die Fahrbahnen spritzen. „Das hat einen Kühlungseffekt, bindet aber auch den Staub und dient somit der Straßenreinigung“, erklärt ein Sprecher der Berliner Stadtreinigung.

„Blow Ups“ auf Betonautobahnen

Anders verhält es sich bei Betonautobahnen. Diese bestehen aus Platten, die durch Dübel miteinander verbunden sind. Bei Hitze dehnen sich die Platten aus, bei Kälte ziehen sie sich zusammen. Bei sehr warmen Wetter können Spannungen zwischen der erhitzten oberen Schicht und der kühleren Unterseite entstehen, die die Betondecke zum Platzen bringen können.

„Blow Ups“ heißen diese Erhebungen, die plötzlich entstehen – vor allem an Nahtstellen, Fugen und sanierten Stellen.

Tempolimits im Südwesten

In Baden-Württemberg gilt bei großer Hitze auf manchen Autobahnabschnitten Tempo 80, damit es nicht zu schweren Unfällen durch Fahrbahnaufbrüche kommt.

So wurde Ende Juni auf einem rund drei Kilometer langer Abschnitt der A7 südlich der Anschlussstelle Westhausen im Ostalbkreis wegen der Gefahr von Blow-ups ein Tempolimit verhängt.

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