Beim ersten Song von Nico Santos schießen Feuersäulen vom Bühnenboden. Foto: Ines Rudel

Stars in Kirchheim unter Teck (Kreis Esslingen): Das Festival Hitradio Antenne 1 Feiertag hat am Samstag bekannte Musiker wie Nico Santos, Mando Diao und Tom Gregory auf die Hahnweide gebracht. Die Veranstaltung zog zeitweise bis zu 15 000 Menschen an.

Ein Patzer leitet das Konzert von Nico Santos ein: „Kirchheim am Teck“ sei gut drauf, stellt der 30-Jährige beim „Hitradio Antenne 1 Feiertag“ fest. Doch das einheimische Publikum auf der Hahnweide verzeiht dem deutschen Popstar den Lapsus schnell, spätestens nachdem dieser seinen Fehler einige Songs später bemerkt – richtig wäre freilich Kirchheim unter Teck – und sich reuig zeigt. „Typisch Nico“, schilt dieser sich zerknirscht und wartet mit einem Kompliment auf: Man habe ihm gesagt, dass die Leute in Kirchheim die besten Tänzer seien. Die Menge macht da schon längst, was er will: in die Hocke gehen, hochspringen oder Salsa tanzen, so gut es eben geht.

 

15 000 Karten hat der Stuttgarter Radiosender Antenne 1 für die als Familienfestival ausgelegte Veranstaltung zur Verfügung gestellt. Am Ende sind mutmaßlich nicht alle genutzt worden, doch es war eine Menge los auf dem legendären Flugplatz bei Kirchheim. Spätestens ab 16 Uhr füllte sich das Gelände zunehmend, geöffnet war es schon ab 13 Uhr. Zum Programm gehörten Auftritte der Antenne-1-Band, des Komikers Dodokay sowie der Musiker Cloudy June, Tom Gregory, Mando Diao und schließlich eben Nico Santos. Neben Speisen und Getränken gab es Aktionen wie eine Selfie-Station, Sponsoren präsentierten sich und die mitveranstaltenden Vereine, die unter anderem Nachwuchs mit einem Flugsimulator für sich gewinnen wollten. Kommen und gehen konnte jeder, wie er mochte. Gegen 18 Uhr verließen einige Familien das Festival schon wieder.

Vereine am Flugplatz Hahnweide beteiligt

Der „Hitradio Antenne 1 Feiertag“ fand erstmals 2019 anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Senders statt. Damals setzte sich Empfingen (Kreis Freudenstadt) als Austragungsort durch. Nach einer Coronapause fand die Veranstaltung 2022 erneut in Empfingen statt. Ab diesem Jahr sollen die Veranstaltungsorte aber im Verbreitungsgebiet des Senders wechseln, wie Robin Laure, Marketing-Manager bei Antenne 1 erklärt.

Auf der Hahnweide landen normalerweise die Flieger von acht Vereinen und einer Motorflugschule. Diese waren bei der Veranstaltung beteiligt, halfen bei Auf- und Abbau, organisierten das Catering und konnten die Einnahmen für ihre Vereinsarbeit behalten. Man sei froh über diese Möglichkeit, erklärt Christian Hartmann vom Aero Club Stuttgart. Wegen der Corona-Pandemie seien solche Veranstaltungen lange nicht möglich gewesen. Für die beteiligten Vereine sei das Festival wirtschaftlich wichtig. „Und es ist einfach schön, wenn man Feste feiern kann.“

Lange Wartezeiten an Essensständen

Am Ende stellte sich die Veranstaltung für sie allerdings auch als große Herausforderung dar. Obwohl es zeitweise kurz regnete und die Temperaturen abends empfindlich abkühlten, nannten die Besucherinnen und Besucher vor allem die Wartezeiten an den Speise-Ständen als negative Punkte. „Für eine Portion Pommes zwei Stunden anzustehen, ist schon hart“, findet etwa die 18-jährige Caro, die mit zwei Freundinnen auf den Flugplatz gekommen ist. Die jungen Kirchheimerinnen halten sich im mittleren Teil des Geländes auf und sind weniger wegen eines bestimmten Künstlers gekommen, als vielmehr, weil direkt vor ihrer Haustür ein solches Event stattfinde. Wie sie findet auch die 31-jährige Annika aus Neuffen es auffällig, dass die Stimmung anders als bei üblichen Festivals sei. Es sei mehr auf Familien ausgelegt, die Musik spiele eher eine untergeordnete Rolle.

Weiter Richtung Bühne findet man dann doch noch Fans. Beispielsweise den 41-jährigen Marian und seine Tochter Zoe, die die Schwedenrocker Mando Diao toll finden. „Mega cool“, fand die Zehnjährige aus Ludwigsburg den Auftritt der Band. Und in den vordersten Reihen stehen die leidenschaftlichen Nico-Santos-Fans. Einige seien bis zu 650 Kilometern gereist und hätten am Festivalgelände kampiert, um die Chance zu nutzen, für 25 Euro Ticketpreis ihren Star hautnah zu erleben, berichtet Laure.

Der elfjährige Lamin und seine Mama Sonja aus Pleidelsheim (Kreis Ludwigsburg) stehen in der ersten Reihe. Lamin sei der größte Nico-Santos-Fan überhaupt, erzählt die 46-Jährige. „Er ist ein guter Sänger“, findet der Junge und hat sich über die Tickets zum Geburtstag wahnsinnig gefreut. Seit 14 Uhr steht das Mutter-Sohn-Duo vor der Bühne, um den Platz bei Beginn des letzten Konzertes um 21 Uhr sicher zu haben. Belohnt werden Lamin und Sonja mit einer Feuershow zum ersten Song „Unforgettable“.