Am Eingang zur Burgruine Hofen gibt es seit Kurzem eine Schranke, damit keine Autos mehr auf das Gelände fahren. Foto:  

Das mittelalterliche Bauwerk kann damit nicht mehr direkt mit Autos unerlaubt angefahren werden. Die Stadt hofft Vandalismus damit einschränken zu können.

Das mittelalterliche Bauwerk in der Wolfgangstraße ist seit Kurzem vom Autoverkehr mit einer Schranke sichtbar abgegrenzt. Der Bürgerverein Hofen, Anwohner und der Bezirksbeirat Mühlhausen hatten nach Vandalismus und unerlaubten Partys eine Abschrankung gefordert. Vor einiger Zeit war am Zugang ein Pfosten entfernt und danach nicht mehr montiert worden. Jetzt ist eine abschließbare Halbschranke eingerichtet worden. Das Garten-, Friedhofs- und Forstamt (GFF) erhofft sich, dass die Schranke nun Wirkung zeigt und auch der Vandalismus eingeschränkt wird, so Karl-Heinz Lehrer vom GFF gegenüber der Vorsitzenden des Bürgervereins Hofen, Sabine Schick-Kurfeß.

 

Bezirksvorsteher Ralf Bohlmann erklärt zur Schranke: „Wir haben sie sehnlichst erwartet“. Der Schultes freut sich darüber, dass sie nun da ist und hofft, dass sie respektiert und angenommen wird. Damit sei klar, dass man den Bereich nicht mit Autos befahren dürfe. Die Schranke solle zeigen, dass dort keine Events stattfinden dürfen, nur zwei- bis dreimal im Jahr, bei öffentlichen Veranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt, den Märchentagen oder wenn die Narrenzunft dort aktiv sei. Ansonsten werde dort nichts genehmigt, so Bohlmann. Auch der Zaun am Abgang zur Marienburg ist gesetzt worden. Bohlmann geht davon aus, dass Bürger erkennen, dass es ein schützenswerter Bereich ist. „Es ist kein Ort für Festles und Vandalismus. Jeder sollte wissen, dass er eine Sachbeschädigung begeht, wenn er dort Graffiti anbringt.“ Seit Langem werden an der einzigen Ruine mit aufrechten Mauern auf Stuttgarter Markung Schmierereien hinterlassen.

Außerdem ist das Gelände der Lebensraum einer seltenen Pflanze: An der Ruine wächst das Aufrechte Glaskraut. Es steht als gefährdet auf der Roten Liste Baden-Württemberg, wie Gerhard Pfeifer, Geschäftsführer des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND), erklärt. Der einzige Standort in Stuttgart sei an der Hofener Burgruine. „Dort werden meines Wissens auch immer wieder Maßnahmen seitens des Umweltamtes ergriffen, um den Standort zu sichern“, so Pfeifer. Die Art ist im Artenschutzkonzept der Stadt von 2017 beschrieben und im Individualartenschutzkonzept aufgenommen.