Roman (links) und Fabian Zehl können im gemeinsamen Urlaub am besten zusammenarbeiten. Foto: Roman Zehl

Die Brüder Roman und Fabian Zehl haben jahrelang getrennt voneinander Musik gemacht. Mit den „Málaga Sessions“ bringen sie ihre erste gemeinsame Hip-Hop-Platte auf den Markt – und sie planen weitere Projekte.

Herrenberg - Die Brüder Roman und Fabian Zehl, die unter ihren Pseudonymen ­Dillichant und DJ Faze auftreten, haben musikalisch zusammengefunden: Nachdem sie jahrelang getrennt voneinander in Hip-Hop und Dancehall Erfahrungen sammelten, haben die Musiker aus Herrenberg-Gültstein vor wenigen Monaten ihre erste gemeinsame Hip-Hop-EP „Málaga Sessions“ bei allen wichtigen Musikanbietern online herausgebracht – und damit auf Spotify vierstellige Aufrufe erzielt.

„Wir sind zufrieden mit dem Ergebnis und dem positiven Feedback, doch vor allem, weil wir gemerkt haben, dass wir uns musikalisch so gut ergänzen“, sagt Roman Zehl. Während er für Liedtexte und Gesang zuständig ist, liefert sein jüngerer Bruder Fabian die Beats. „Die Zusammenarbeit bringt uns beide weiter“, findet auch er. Mit der Musik reich zu werden sei nicht ihr Ziel. Doch sie hoffen darauf, die Reichweite ihrer Lieder zu vergrößern und mehr Menschen damit zu erreichen.

Von klassischem Klavierunterricht bis zur eigenen Musik

Die Musik spielte im Leben der Brüder schon früh eine Rolle. „Es fing ganz klassisch an mit Klavierunterricht, danach habe ich Schlagzeug spielen gelernt“, sagt Roman Zehl, der in Bern an einem Sportinstitut arbeitet. Mit 17 Jahren begann der heute 28-Jährige eigene Texte zu schreiben. Auch sein jüngerer Bruder Fabian nahm zunächst Klavierunterricht. „Roman hat zu dieser Zeit Musik von Gentleman und Seeed gehört, was mir auch gefiel. In dieser Richtung wollte ich mich dann auch ausprobieren“, sagt der 25-Jährige. Erste musikalische Gehversuche machte auch er mit dem Schreiben von eigenen Liedtexten. „Aber ich habe schnell gemerkt, dass das nichts für mich ist“, sagt er.

Während Roman sich mit den eigenen Songtexten weiterentwickelte, seine Stimme im klassischen Gesangsunterricht schulte und mit den ersten Liedern in Herrenberg und Tübingen auftrat, legte Fabian als DJ auf. „Nach einer Weile habe ich regelmäßig in einigen Clubs in Stuttgart aufgelegt – zum Beispiel in der Schräglage“, sagt er. Ein Hobby, das er bis heute als DJ Faze neben seinem Medizintechnik-Studium betreibt. Vor drei Jahren dann wollte er ebenfalls seine eigene Musik produzieren und legte sich die dafür erforderliche Software zu. „Die Idee, zusammen Musik zu machen, hatten wir schon länger“, erinnert sich Fabian. Doch die räumliche Distanz zwischen ihren Wohnorten Bern und Stuttgart habe die Zusammenarbeit zunächst verhindert. Erst ein gemeinsamer Urlaub in Málaga machte es möglich.

Im Urlaub nur an der Musik gearbeitet

Mit Laptop und Keyboard machten sie sich auf den Weg – und kamen inspiriert und mit halb fertigen Songs im Gepäck zurück. „Von der Stadt haben wir nichts gesehen. Wir haben den ganzen Tag an unserer Musik gearbeitet“, sagt Roman. Doch da ihr Hotel direkt am Meer lag, beeinflusste die südspanische Urlaubsstimmung ihre Musik. Vor allem der Text zu dem Lied „Alles“, der mit den Worten „Von der Terrasse Meerblick“ beginnt, transportiert die unbeschwerte Stimmung der Brüder in dieser Zeit.

Doch nach dem Urlaub ging die Arbeit erst richtig los. Weil sie wieder auf Distanz lebten, dauerte das Produzieren der fünf Songs deutlich länger als gedacht. „Wir sind beide perfektionistisch und haben fast ein Jahr an den fünf Liedern gearbeitet. Das muss bei unserem nächsten Projekt schneller gehen“, sagt Roman. Die Lieder nahmen sie dann gemeinsam in dem Tonstudio All 4 Music des Jugendhauses in Stuttgart-Hallschlag auf. Letztendlich kamen fünf Songs dabei heraus, die sich keinem Genre so richtig zuordnen lassen. Bei ihrem nächsten Projekt wollen sich die Brüder ebenfalls musikalisch nicht festlegen. Fest steht dagegen, dass sie auch in Zukunft gemeinsam eigene Musik machen wollen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: