Richtig viel Schlamm: Ja sind wir denn im Dschungelcamp? Foto: Andreas Gorr

Die natürliche Auslese sorgt dafür, dass immer die Stärksten oder die am besten Angepassten überleben“, ist die Kernaussage des britischen Naturforschers zu seiner Evolutionstheorie. Sie ist das Motto des Dirty Darwin Cross- und Spaßrennens im Rahmen des Sportfestes des TSV Wimsheim gewesen. Laufen war gestern, heute ist Spaß für die Teilnehmer die Devise im Kampf mit Schlamm, Wasser, Steinbrocken, kniffligen Hindernissen und dem eigenen Schweinehund.

Die natürliche Auslese sorgt dafür, dass immer die Stärksten oder die am besten Angepassten überleben“, ist die Kernaussage des britischen Naturforschers zu seiner Evolutionstheorie. Sie ist das Motto des Dirty Darwin Cross- und Spaßrennens im Rahmen des Sportfestes des TSV Wimsheim gewesen. Laufen war gestern, heute ist Spaß für die Teilnehmer die Devise im Kampf mit Schlamm, Wasser, Steinbrocken, kniffligen Hindernissen und dem eigenen Schweinehund. Über fünf und zehn Kilometer gingen Spaßläufer zwischen Stuttgart und Karlsruhe an den Start.

Veranstalter war Christian Horn. Der 28jährige ist aktives TSV Mitglied und als Wirtschaftsingenieur und Eventmanager der richtige Mann für innovative Ideen im Verein. Spaß an den unkonventionellen Crossläufen hat der Wimsheimer selbst beim Strongman Run am Nürburgring gefunden und in Wimsheim in diesem Jahr zum zweiten Mal eine kleine Auflage in Kooperation mit dem örtlichen Sportverein nach dem Vorbild der Weltserie des Hindernislaufens Tough Mudder durchgeführt. „Viel Spaß, übertreibt es nicht und macht an schwierigen Stellen langsam“, gab Horn den Läufern am Start mit auf den Weg. Schon nach den ersten rund 500 Meter bruddelt in breitem Schwäbisch ein junger Mann mit nacktem Oberkörper und zwei Pflastersteinen in den Händen im Vorbeilaufen: „Mist, a ganze Runde mit dene Scheißsteuner in de Händ.“ Die Muskeln der Läufer schmerzen schon früh auf dem kurzweiligen und hügelig angelegten Rundkurs. „Ich finde laufen eigentlich langweilig“, sagte Simon Binder. Der 22-Jährige Sieger des 5-Kilometer-Laufes ist Triathlet und hat am Dirty Darwin lediglich aus Spaß teilgenommen, weil er am Sonntag bereits wieder in seiner Sportart an den Start geht. „Ich habe mich in letzter Minute angemeldet“, erzählt der Leonberger schmunzelnd, der zwar nass aber nicht so abgekämpft nach immerhin 29:35 Minuten, lange vor seinen Mitläufern, ins Ziel kommt. Vor allem der innere Schweinehund verbeißt sich tief und schmerzhaft in die Muskeln der Läufer, vor im letzten Streckenabschnitt, wo ein spektakuläres Hindernis das nächste ablöst.

Noch im Wald müssen die abgekämpften Teilnehmer ein Spinnenetz aus alten Fußballtornetzen und vielfach ineinander verknotete Strohbändeln überwinden. In der Schlussphase geht es unterhalb des Sportplatzes über steile Palettenwände. Die Szenen muten von Bundeswehrmanövern oder Filmen mit US-Marines an. In einem Baucontainer folgt die Abkühlung. Der Lauf ist nichts für Nichtschwimmer, denn die Teilnehmer müssen die Wasserhindernisse durchtauchen und bekommen dann ein Schlammbad, bevor es durch ein Tohuwabohu von Altreifen über eine rutschige Plastikplane auf der Weitsprunggrube der Vereinsanlage die Böschung hinauf auf den Fußballplatz geht. Sichtlich abgekämpft erreichen sie die Seitenauslinie, wo sie mehrmals über die Bande springen, klettern oder sich erschöpft ziehen müssen und im Zickzack die Böschung hinauf und hinunter laufen. An der letzten Rutsche im eiskalten Leitungswasser gibt es die Klarspülung für den Zieleinlauf. Obwohl der Atem den rund 70 Läuferinnen und Läufern in den Bronchien brennt, kommen sie meist mit einem seligen Lächeln bei Christian Horn im Ziel an. Den 5-Kilometerläufern folgen die besonders zähen und ambitionierten Teilnehmern auf den zehn Kilometern, die alle Hindernisse zweimal bewältigen müssen. Hierfür brauchen die schnellsten fast eine Stunde. Auch das Panzerknacker-Team – neun Freunde um den Wimsheimer Robin Mack – in roten T-Shirts und mit schwarzen Nasen und Brillen geschminkt, kommt ins Ziel und fällt sich in die Arme. „Hier darf man durchaus ein bisschen verrückt daherkommen“, erklärt Pressefrau Maria Meyer. Es sei eben ein Wettbewerb für diejenigen, die einfach mal was anderes wollen als nur joggen.

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