Am Sonntag steigt ein seltenes Himmelsspektakel am südöstlichen Abendhimmel: Totale Mondfinsternis. Foto: Jürgen Fälchle/Adobe Stock

Ein seltenes Schauspiel am Abendhimmel ereignet sich am Sonntag: eine totale Mondfinsternis zwischen 19.31 Uhr und 21.56 Uhr. Doch wo im Kreis Böblingen ist das Spektakel gut zu sehen?

Für Astronomiefans wie für Romantiker ereignet sich am kommenden Sonntag, 7. September, ein seltenes Schauspiel am Nachthimmel: In den Abendstunden ist eine totale Mondfinsternis zu beobachten. „Totalität und anschließende partielle Phase können bei fortschreitender Dämmerung verfolgt werden, sobald der Mond aus dem Dunst über dem Horizont auftaucht“, schreibt das Haus der Astronomie in Heidelberg.

 

Los geht es bereits um 18.27 Uhr, wenn der Mond in den Kernschatten der Erde eintritt. Um diese Zeit ist die Sonne über Deutschland allerdings noch nicht unter- und der Mond noch nicht aufgegangen. Dies wird erst um 19.50 Uhr im Landkreis der Fall sein, wenn der Erdtrabant im Südosten über dem Horizont aufsteigt. Die partielle Phase zu Beginn der Finsternis, bei der nur ein Teil des Mondes abgedunkelt wird, verpassen wir daher.

Vor dem Aufgang um 19.31 Uhr beginnt schon die sogenannte Totalität, wie es die Astronomen nennen, bei der der Mond komplett verfinstert ist. Zu diesem Zeitpunkt ist der Mond allerdings nur in Teilen Österreichs und im äußersten Osten Deutschlands bei Görlitz bereits zu sehen. Für den Großteil Deutschlands und die Schweiz ist die Finsternis erst nach Beginn der Totalität sichtbar, wobei sich Beobachter sich umso länger gedulden müssen, je weiter westlich sie sich befinden.

Mondaufnahme mit einem Teleskop von dieser Woche in Böblingen Foto: Jörg Lanksweirt

Doch aufgrund der guten Wetteraussichten am Sonntag – bei bedecktem Himmel ist vom Spektakel freilich nichts zu sehen – dürften auch Beobachter im Kreis Böblingen Glück haben: Der vollkommen verfinsterte Vollmond sollte zum Höhepunkt um 20.11 Uhr schon über dem Horizont zu sehen sein. Dafür ist es ratsam, sich an eine erhöhte Stelle zu begeben, an der möglichst im Südosten der Horizont nicht vom Bäumen oder Gebäuden verdeckt, also niedrig ist. Je nach Luftbeschaffenheit kann der Trabant einen kupferfarbenen Rotton annehmen.

Gute Aussichten in Schönaich

Der Böblinger Hobby-Astronom Jörg Lanksweirt hat sich schon auf die Suche begeben und sieht gute Chancen etwa in Schönaich: „Brauchbar wäre die Panoramastraße bergauf, zwischen Kreisverkehr bei Rossmann und Ortseinfahrt Schönaich. Da passen die Koordinaten gut und der Horizont ist niedrig.“ Gleichwohl dürften auch Aussichtstürme wie der Böblinger Wasserturm gut geeignet sein oder der Schönbuchturm oberhalb von Herrenberg, der bis zum Sonnenuntergang (am Sonntag, 7. September, um 20.08 Uhr) geöffnet ist . Wichtig ist eben ein freier Blick nach Ostsüdost, der auch auf der Hochebene der Schönbuchlichtung zwischen Holzgerlingen und Altdorf gegeben sein dürfte.

Zunächst mit Ferngläsern

Zunächst dürfte der Mond am hellen Dämmerungshimmel voraussichtlich nur mit Ferngläsern oder Teleskopen zu sehen sein. Bis zum Ende der Totalität um 20.53 Uhr hat er allerdings mehr als genug Zeit, um höher über den Horizont zu steigen und auch für das bloße Auge sichtbar aus dem Dunst aufzutauchen, schreibt das Haus der Astronomie. Ab dann biete es sich an, den rötlich verfärbten Mond mit ansprechendem Vordergrundmotiv auch fotografisch einzufangen. Um 21.56 Uhr tritt der Mond aus der totalen Verschattung in den Halbschatten, den er schließlich um 22.55 Uhr verlässt.

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