Die Kinder haben die Kartons bunt beklebt und bemalt. Foto: Alexandra Kratz

Die Johanniter-Unfallhilfe sammelt Lebensmittel und Hygieneartikel für Familien in Rumänien. Auch die Möhringer Kita Kleine Entdecker macht mit.

Möhringen - Mit Schwung werfen die beiden Zwillingsmädchen die Geschenke in den bunt bemalten Karton. Am Ende ist die Kiste so voll, dass sie gar nicht mehr zugeht. Der kleine Junge neben ihnen hat besser gepackt und klappt stolz den Deckel zu. Die Kinder und Eltern der Kindertagesstätte „Die kleinen Entdecker“ machen bereits zum zweiten Mal bei den Johanniter-Weihnachtstruckern mit. Die Hilfsorganisation sammelt noch bis zum 16. Dezember Pakete. Mit großen Lastern werden diese am zweiten Weihnachtsfeiertag nach Nord-Rumänien gebracht.

Der Wunschzettel ist lang. Aber Luxusgüter wie ein Computerspiel oder ein neues Puppenhaus sind nicht darauf, stattdessen Grundnahrungsmittel und Hygieneartikel. Je drei Kilogramm Zucker und Mehl sowie je ein Kilogramm Reis und Nudeln, ein Liter Speiseöl, zwei Zahnbürsten und zwei Tuben Zahnpasta sollen ins Päckchen. Etwas Süßes darf es auch sein, so zum Beispiel 500 Gramm Kakaogetränkepulver, drei Packungen Kekse und fünf Tafeln Schokolade. Schlussendlich darf auch ein kleines Geschenk für die Mädchen und Jungen nicht fehlen. Da sind ein Malbuch oder Stifte gewünscht.

Die Johanniter wiegen die Pakete

„Wir wissen, dass die Dinge in den Paketen von den Menschen in Rumänien gebraucht und wertgeschätzt werden“, sagt Anabell Walter. Sie leitet die Johanniter-Kita Kleine Entdecker an der Trochtelfinger Straße und ergänzt: „Von dem Wunschzettel darf nicht abgewichen werden. Das ist ein Gleichheitsprinzip. Wir wollen vermeiden, dass bei den Familien in Rumänien Neid entsteht.“ Darum wiegen die Johanniter sogar die fertigen Pakete, bevor sie auf den Lastwagen kommen.

„Viele Menschen in Südosteuropa leiden besonders in den Wintermonaten große Not und Hunger. Oft fehlt es am Allernötigsten“, fügt Thomas Hanisch hinzu. Er ist Mitglied im Vorstand des Johanniter-Regionalverbands, der im Gewerbegebiet Fasanenhof-Ost beheimatet ist, und erklärt: „Die Päckchen sind für viele ein echtes Stück Überlebenshilfe und werden wie ein wahrer Segen in Empfang genommen.“ Anabell Walter und ihr Team betreuen 25 Mädchen und Jungen. Die Weihnachtstrucker-Aktion komme bei den Eltern gut an, sagt die Einrichtungsleiterin. „Etwa 80 Prozent der Familien beteiligen sich“, sagt Walter. Und auch die Erzieher füllen die ein oder andere Kiste. Die Dinge auf dem Wunschzettel kosten zusammen etwa 20 Euro. „Aber man spendet eben kein Geld, sondern Dinge die gebraucht werden und die zu 100 Prozent bei den Menschen ankommen, die sie brauchen“, sagt Walter.

Die Kinder haben die Kisten bemalt und beklebt

Die Johanniter stellen die Pakete. Die Kindergartenkinder durften diese nach ihren eigenen Wünschen bekleben und bemalen. „So konnten sie sich aktiv bei dem Projekt einbringen“, sagt Walter. Sie und ihre Kollegen haben im Vorfeld mit den Mädchen und Jungen über die Aktion gesprochen. „Wir haben ihnen erklärt, dass es nicht allen Menschen so gut geht wie uns.“

Am 15. Dezember wird es für die kleinen Entdecker noch einmal spannend. Dann nämlich fährt der große orangefarbene Weihnachtstruck direkt bis vor die Kita an der Trochtelfinger Straße, um die Pakete abzuholen. So war es bereits im vergangenen Jahr. „Und das war für die Kinder sehr aufregend“, sagt Walter.

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