Der Flugbetrieb bewegt sich noch auf niedrigem Niveau. Foto: 7aktuell.de/Tim Schips

Bund und Land wollen diese Summe als Nothilfe wegen der Coronapandemie überweisen. Die tatsächlichen Kosten, um den Flughafen Stuttgart offenzuhalten, obwohl wenig Passagiere kamen, waren 2020 allerdings mehr als doppelt so hoch.

Stuttgart - Für das Offenhalten des Flughafens Stuttgart im ersten Corona-Lockdown im Frühjahr 2020 soll die Betreibergesellschaft des Landes und der Landeshauptstadt 30 Millionen Euro erhalten. Über diesen „politischen Kompromiss“ freut sich Flughafenchef Walter Schoefer jetzt, obwohl er noch vor kurzem durchaus von höheren Summen geredet hatte, die der Airport dringend erhalten sollte. Die 30 Millionen seien „hoch willkommen und wirklich nötig“, sagte der Sprecher der Flughafen-Geschäftsführung unserer Zeitung jetzt.

Dieser Betrag deckt ein Stück weit die Verluste, die der Landesflughafen wegen des drastischen Geschäftsrückgangs hat, aber auch nur zu einem kleinen Teil. Die Hilfen sind ausdrücklich auch lediglich für den Zeitraum vom 4. März bis zum 30. Juni gedacht.

Im vergangenen Jahr hatte Schoefer eine Art von Rettungsschirm für die deutschen Verkehrsflughäfen gewünscht. Damals wies er darauf hin, dass für den Flughafen eine Betriebspflicht besteht und dass die Vorhaltekosten in Stuttgart sechs bis sieben Millionen Euro pro Monat betragen, von März bis Dezember also insgesamt bis zu 70 Millionen. Und einen Großteil erhoffte sich Schoefer von Bund und Land. Jetzt kam eben die Nachricht, dass der Bund 15 Millionen Euro für den Flughafen Stuttgart gibt, wenn aus dem Land bzw. von den Flughafengesellschaftern der gleiche Betrag kommt. Insgesamt geht es um rund eine Milliarde für die wichtigen deutschen Verkehrsflughäfen. Für kleine Flughäfen wie beispielsweise in Friedrichshafen sind bisher keine Zahlungen vorgesehen.

Die Krise dauert weiter an

Der angekündigte Beitrag sei eine große Unterstützung, „und wir sind sehr dankbar, dass den Flughäfen in dieser Situation geholfen wird“, sagte Schoefer unserer Zeitung. Damit werde der Beitrag der Flughäfen zur Daseinsvorsorge anerkannt. Schoefer machte aber auch klar, dass sich die Situation noch nicht grundsätzlich verändert hat: „Das hilft uns ein Stück weit, aber die Krise dauert noch an und wir müssen unseren strikten Sparkurs weiter fortsetzen.“ Die Vorhaltekosten am Flughafen Stuttgart beliefen sich nach wie vor auf „zwischen sechs und acht Millionen Euro pro Monat“. Das sei mit dem derzeitigen Verkehrsaufkommen nicht im Entferntesten zu erwirtschaften.

Ob es weitere Unterstützungen geben wird, weiß zurzeit offenbar niemand. Davon sei im Hause nichts bekannt, sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums im Land. Für das erste Halbjahr 2020 engagiere sich das Land in seiner Verantwortung als Anteilseigner wie auch die Stadt.

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