Der Kohlweiher bei Hildrizhausen erstrahlt in neuem Glanz. Foto: factum/Granville

Der idyllische Kohlweiher im Schönbuch bei Hildrizhausen ist grundlegend saniert worden. Die neuen Fische fehlen allerdings noch.

Böblingen - So langsam kehrt wieder Ruhe am Kohlweiher ein. Während sich Bagger im Frühjahr durch den schlammigen Untergrund des idyllisch im Schönbuch bei Hildrizhausen (Kreis Böblingen) gelegenen Gewässers wühlten, hört man dort derzeit nur noch das Rauschen der Bäume und das Zwitschern der Vögel. Der Grund für den Aufruhr im Wald: zum ersten Mal in seiner mehr als 40-jährigen Geschichte ist der Kohlweiher saniert worden.

Über die Jahre hinweg hatte sich am Grund des Weihers nämlich reichlich Schlamm angesammelt, sagt Reinhold Kratzer, der Leiter des Amtes für Forsten im Landratsamt Böblingen. „Es war jetzt dringend notwendig, etwas zu tun.“ Denn durch den Schlamm wurde der Lebensraum beispielsweise der zahlreichen Fische in dem mehr als 3000 Quadratmeter großen Weiher langsam knapp. Dazu kam, dass auch der Damm, der das Wasser in dem in den 1970er Jahren künstlich angelegten Kohlweiher hält, Erosionserscheinungen aufwies. Und auch der Mönch – ein kastenförmiges, künstliches Wasserbauwerk, über das sich der Wasserstand regulieren lässt – musste saniert werden.

Rückkehr des Bibers erwartet

Im Oktober vergangenen Jahres nun hatten die Sanierungsarbeiten damit begonnen, dass über eben diesen Mönch kontrolliert und langsam das Wasser aus dem Weiher gelassen wurde. Die im Weiher befindlichen Fische wurden, als der Wasserstand niedrig und somit die Fluchtmöglichkeiten für die Tiere gering waren, mit großen Netzen eingefangen und in einen Weiher zwischen Hildrizhausen und Ehningen umgesiedelt. „Dort verbringen sie jetzt ein glückliches Dasein“, so Kratzer.

Im Februar schließlich, als die Schlammmasse ausgetrocknet war, rückten Bagger im sonst so ruhigen Schönbuch an und transportierten diese nach und nach ab. Außerdem wurden in diesem Zuge auch der Damm und der Mönch saniert. Doch das war noch nicht alles: „Wir erwarten im Schönbuch die Rückkehr des Bibers“, so Kratzer. Deshalb habe man diese beiden Bauwerke auch gleichzeitig mit einem Biberschutz ausgestattet. Die Tiere könnten nämlich durchaus einen wirtschaftlichen Schaden anrichten. Ein Stahlnetz soll nun verhindern, dass sich die Biber in den Damm eingraben, der Mönch wurde mit einem Gitter abgeschirmt.

Im Frühjahr sollen Fische einziehen

Die Arbeiten seien Mitte März zeitgerecht vor der Laichzeit der Amphibien abgeschlossen worden, sagt Kratzer, „das hat haargenau gepasst.“ Nun muss sich der Weiher nach und nach wieder mit Wasser füllen. Da es sich bei ihm um einen sogenannten „Himmelsteich“ handelt, geschieht dies hauptsächlich durch Regen. Spätestens im nächsten Frühjahr soll er wieder vollgelaufen sein. Dann sollen auch wieder Fische einziehen – allerdings nicht die ursprünglichen Bewohner, sie könne man aus ihrem neuen Domizil nicht wieder entnehmen. Der Fischerclub Kohlweiher, der den Weiher gepachtet hat, wolle stattdessen vor allem auf Regenbogenforellen aus einer Fischzucht bei Horb am Neckar (Kreis Freudenstadt) setzen.

Die Kosten für die Sanierung trägt übrigens nicht der Landkreis, sondern das Land als Eigentümerin des Gewässers im Rahmen des Weihersanierungsprogramms des baden-württembergischen Landesforstbetriebshofs ForstBW. Geplant wurde das gesamte Projekt von der Forstdirektion Tübingen mit Sitz in Bebenhausen.

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