Der Preis für Brennholz zieht an. Foto: Archiv/TB

Gestiegene Energiekosten schlagen auf den Holzmarkt voll durch – auch in Hildrizhausen. Pro Festmeter müssen Kunden teils bis zu 30 Euro mehr bezahlen. Zudem wird die Menge begrenzt, die man privat kaufen darf.

Symptomatisch ist für den Gemeindewald in Hildrizausen, was auch beim Nachbarn in Ehningen vom Gemeinderat beschlossen wurde: Wer Brennholz aus dem Gemeindewald kaufen möchte, muss ab dem kommenden Jahr tief in die Tasche greifen: Die Holzpreise werden aufgrund der aktuellen Preissteigerungen im Energiesektor deutlich angehoben.

 

In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde der Kultur- und Nutzungsplan für den Gemeindewald vorgestellt. Die gute Nachricht zuerst: Trotz des heißen Sommers wird die aktuelle Situation dort von Vertretern des Forstamts als zufriedenstellend bis gut eingestuft. Die Vielfalt der Baumarten ist groß, der Anteil der robusten Eichen ebenso.

Fichte hat sich dank Regen erholt.

Was den Holzeinschlag anbelangt, so wurden dieses Jahr rund 567 Festmeter weniger Holz eingeschlagen als die ursprünglich geplanten 1305 Festmeter. Das liegt unter anderem daran, dass ein für den Spätherbst geplanter Einschlag aufs kommende Jahr verschoben wurde. Trotzdem konnten die geplanten Einnahmen in der Höhe von 93 000 Euro um stolze 11 000 Euro übertroffen werden. „Das ist auf die sehr guten Preise bei der Versteigerung von Eichenwertholz zurückzuführen“, heißt es seitens der Forstbezirksleiterin Alexandra Radlinger und des örtlichen Revierleiters Florian Schwegler.

Zudem liegen die Ausgaben für den Holzeinschlag und das Anrücken durch die geringere Entnahmemenge deutlich unter dem Planansatz. Ebenfalls erfreulich: es musste kaum Käferholz aufgearbeitet werden. „Im Gesamtergebnis entsteht dieses Jahr im Gemeindewald somit ein Überschuss von über 70 000 Euro“, so das Fazit der Förster.

Bestellmengen pro Haushalt begrenzt

Die Planung für das kommende Waldwirtschaftsjahr ist abgeschlossen. Vorgesehen ist ein Holzeinschlag von 1540 Festmetern. Durch das Plus soll 2023 voraussichtlich ein Überschuss in der Größenordnung von rund 65 000 Euro erzielt werden. Mit größeren Mengen an hochwertigem Eichenholz rechnet man aber nicht. Auch bei der Fichte sind aktuell keine zufälligen Einschlagsmengen in Aussicht. Durch die ausreichende Feuchtigkeit hat sie wieder bessere Voraussetzungen, um sich gegen Schädlinge wie den Borkenkäfer zu wehren. Im nächsten Jahr steht auf einer Fläche von rund 96 Hektar im Gemeindewald erstmals eine Bodenschutzkalkung bevor. Dadurch soll kompensiert werden, dass der Boden immer saurer wird. Das Land trägt 90 Prozent der Kosten.

Trotz positiver Aussichten gibt es eine Nachricht, die den Brennholzkäufern weniger gefallen wird. Vom nächsten Jahr an steigen die Brennholzpreise deutlich. Während für die Eiche bislang 58 Euro pro Festmeter verlangt wurden, müssen Verbraucher nun 90 Euro berappen. Bei der Buche und Birke erhöht sich der Betrag von 64 auf 95 Euro, Nadelholz wird statt 30 künftig 45 Euro kosten. Als Grund dafür werden die allgemeinen Preissteigerungen im Energiesektor genannt. Wie hoch der Gesamtbedarf an Brennholz in diesem Jahr ist, können die Experten noch nicht sagen, da die aktuelle Bestellung noch läuft. „Die maximale Bestellmenge wurde aber auf zehn Festmeter pro Haushalt begrenzt“, erklären Radlinger und Schwegler. „Außerdem muss von den Käufern bestätigt werden, dass das bestellte Brennholz nur für den Eigengebrauch verwendet wird.“

Ehningen setzt auf Nachhaltigkeit

Der Gemeindewald stand auch im Ehninger Gemeinderat am Dienstagabend im Mittelpunkt. Dort wird weniger Holz eingeschlagen als geplant, weil wertvolle Eichenbestände noch weiter wachsen dürfen. Aber auch Nadelholz wurde weniger eingeschlagen. Daran ändert auch die gestiegene Nachfrage nach Brennholz nichts. Darauf reagieren Ehningen wie Hildrizhausen mit deutlich steigenden Holzpreisen im neuen Jahr. Nach einer moderaten Erhöhung um wenige Euro je Festmeter fällt der Nachschlag mit rund 20 Euro je Festmeter deutlich aus.