Die Lampen in Bad Cannstatt sind bereits mit LED ausgestattet. Foto: Elke Hauptmann

Im Spätherbst werden die Straßenlaternen modernisiert.

Wangen - Im Oktober, vielleicht auch erst im November dieses Jahres sollen die alten Natriumdampflampen in der inneren Ulmer Straße in Wangen durch moderne LED-Leuchten ersetzt werden. „Der Austausch hängt von der Lieferzeit der Leuchten ab“, räumt Moritz Oehl, Sprecher der Stuttgart Netze Betriebsgesellschaft, ein.

 

Insgesamt 86 neue Strahler vom Typ „LED Alma“ werden in die Kandelaber eingesetzt – die alten Lampen haben laut Oehl ihre maximale Betriebsdauer von 20 000 Stunden inzwischen erreicht. Vier bis sechs Wochen werden für den Austausch benötigt, heißt es beim Energieversorger, der die Umrüstung auf LED-Technik im Auftrag des städtischen Tiefbauamts vornimmt. Dort schätzt man die Kosten auf 110 000 Euro. „Die Angebote werden gerade eingeholt“, teilt der Sprecher der Stadt, Martin Thronberens, mit.

Das Streichen der Masten sei in diesem Betrag noch nicht einberechnet. Die bislang grünen Straßenlaternen sollen einen Grauton erhalten. Und damit ähnlich aussehen, wie jene Lampen im Ortszentrum von Bad Cannstatt. Mit dem Unterschied, dass die LED dort eine Farbtemperatur von 4250 Kelvin haben und „neutralweiß“ strahlen. Der Bezirksbeirat Wangen sprach sich vor kurzem für LED mit 3000 Kelvin „warmweiß“ aus – rein intuitiv. Ein Unterschied zwischen 3000 und 4000 Kelvin, versichern die Experten, ist mit dem bloßen Auge kaum erkennbar, das Sicherheitsgefühl der Menschen wird in keiner Weise beeinträchtigt.

Kein Massengrab für Insekten

Dass die Leuchten aufgrund ihrer Strahlkraft zum Massengrab für Insekten werden, solcherart Bedenken weisen die Hersteller unisono zurück: Die modernen LEDs würden kein UV-Licht abgeben und deshalb weniger Fliegen, Mücken, Nachtfalter und Käfer anlocken. Der Vorteil der neuen Lampen sei eine deutliche Reduzierung des Streulichts und „eine bessere Fokussierung des Lichts auf die Straße“. Wobei Wangens Lokalpolitiker darauf hinwiesen, dass es wichtiger wäre, wenn die Lampen in der inneren Ulmer Straße nicht nur den Fahrbahnrand, sondern vor allem die Gehwege erhellen würden. Eine Halbnachtschaltung, also das Dimmen des Kunstlichtes zwischen 23 und 5 Uhr, sei in diesem Bereich nicht vorgesehen, heißt es im Tiefbauamt.

In Wangen setzt die Stadt ihre Umrüststrategie fort: Bei Neubauten und beim Austausch alter Lampen dürfen seit Frühjahr 2017 nur noch LED-Leuchten zum Einsatz kommen. Durch die kontinuierliche Modernisierung der Anlagen wird der Energieverbrauch der Straßenbeleuchtung jährlich um rund zwei Prozent gesenkt. Im vergangenen Jahr wurden 2279 konventionelle Lampen wegen Überalterung gegen effizientere Leuchtmittel ausgetauscht. Das trug erheblich zur Senkung des Stromverbrauchs der Straßenbeleuchtung bei: Er lag bei 22,2 Millionen Kilowattstunden (kWh) und damit um 980 000 kWh – dem Verbrauch in rund 200 Einfamilienhäusern – unter dem Vorjahreswert. Bislang sind 20 Prozent von insgesamt 66 608 Straßenlampen im Stadtgebiet mit LED ausgestattet.

Der Austausch alter Natriumdampflampen gegen neue LED-Technik wird in Wangen übrigens weitergehen. Wie Stadtsprecher Thronberens informiert, sei in den nächsten Jahren auch ein Austausch der Lampen im Bereich der Biberacher und Ravensburger Straße erfolgen. Ein konkreter Zeitpunktpunkt hierfür stehe allerdings noch nicht fest.