Die Betriebswirtin Barbara Eberbach, die Biologin Andrea Hoffmeister und der Biochemiker Florian Kreppel (v.l.n.r) von Ad-O-Lytics, dem diesjährigen Sieger, in ihrem Labor. Foto: Jennifer Warzecha/CyberOne

Seit 1999 ehrt der CyberOne Hightech Award junge baden-württembergische Unternehmen, die hohes technologisches Potenzial besitzen. Ein Lawinenrucksack mit Hightech und zwei innovative Krebstherapien haben die Jury in diesem Jahr überzeugt.

Stuttgart - Als das Gründerteam des Ulmer Startups Ad-O-Lytics vor der Verleihung des CyberOne Hightech-Preises gefragt wurde, was es antreibe, nannte es vor allem die Brücke von ihren theoretischen wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Praxis: „Wir haben hier die großartige Möglichkeit, die Ergebnisse unserer langjährigen Forschung wirklich in die Klinik zu überführen.“ Ad-O-Lytics hat ein natürliches Heilverfahren der besonderen Art entwickelt. Man setzt gezielt Viren ein, um bösartiges Tumorgewebe zu bekämpfen. Diese Viren infizieren die Krebszellen und zerstören sie dann. Diese Methode kommt ohne die von der bisherigen Chemotherapie bekannten, starken Nebenwirkungen aus. Der Lohn für die Arbeit ist der mit 10 000 Euro und weiteren Sachpreisen dotierte erste Platz beim CyberOne 2016, organisiert von der baden-württembergischen Wirtschaftsiniative Baden-Württemberg connected (Bwcon). Dies ist Ehrung, die immer auch stark auf das technologische Potenzial von Gründungen blickt.

Medizintechnologie beim CyberOne im Fokus

Dass der Technologiestandort Baden-Württemberg nicht nur auf Maschinen und IT fußt, belegt auch das Unternehmen, das in diesem Jahr auf den dritten Platz kam. Auch EnFin aus Heidelberg will die Krebstherapie verbessern. Es will mithilfe von so genannten Biomarkern, also messbaren Parametern von biologischen Vorgängen, Patienten identifizieren, die auf bestimmte Therapien besonders gut ansprechen. Wie bei Ihren Kollegen von Ad-O-Lytics geht es hier darum, die Belastung durch die bisher übliche Chemotherapie zu vermindern. „Funktionell, leicht implementierbar, breit anwendbar“, so beschreiben die Gründer ihr Produkt.

Aber auch das zweitplatzierte Innovatoren-Team hat eine Technologie entwickelt, die Menschenleben retten soll. Werz Innovations aus St. Johann bei Bad Urach will einen Rucksack anbieten, der gleichzeitig Lawinen-Airbag und Atemhilfe für Verschüttete ist – ein integriertes Lawinensystem, wie sie es nennen. Ihr Impuls war nicht nur die eigene Bergerfahrung, sondern auch ein von Anfang an vorhandener Gründergeist: „Wir hatten die Gründung immer schon als erstrebenswertes Ziel im Kopf“, sagten sie vor der Preisverleihung.

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