Manche Bandmusik geht nicht bloß ins Ohr, sondern auch in die Beine Foto: Ralf Recklies

Beim Straßenfest im Heusteigviertel herrschte drei Tage lang gute Laune und Hochstimmung. Es wurde geschlemmt, gechillt und auf den Straßen getanzt. Auf den kleinen Bühnen gab es die Tage über eine Vielzahl von Darbietungen.

S-Süd - Karl Thadorf ist am letzten Tag des Heusteigviertelfestes nicht ganz so gut gelaunt gewesen wie an den beiden Tagen zuvor. Grund: Dem Betreiber der Stuttgarter Bimmelbahn ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag das Haltestellenschild gestohlen worden. Er habe den Diebstahl angezeigt, sagt Thaldorf, hoffe aber, dass das schöne Schild „irgendwo wieder auftaucht“. Ansonsten konnte sich der Bimmelbahn-Chef über das jüngste Wochenende nicht beschweren. „Wir haben Hochbetrieb gehabt“, freut sich Thaldorf, der nicht nur Kinder über die Straßen rund um das Heusteigviertel chauffierte.

Wenig Grund zum klagen haben auch die Organisatoren des beliebten Straßenfestes im Stuttgarter Süden. Von Freitagabend an herrschte Hochbetrieb in der Mozartstraße und drumherum. „Die Stimmung war klasse, am Freitag und Samstag herrschte hier wirklich dichtes Gedränge“, stellte nicht nur Daniel Bleicher von der Cast-Brauerei fest, die mit ihrem Heusteig-Weißbier bereits am frühen Sonntagnachmittag ausverkauft war, nachdem die Weißwürste bereits anderthalb Stunden zuvor ausgegangenen waren.

Eine Puppe findet ein neues Zuhause

Die Stimmung auf dem Straßenfest ist wieder sehr entspannt gewesen und nachdem im Vorjahr der Regen die Stimmung der Besucher und Organisatoren teilweise getrübt hatte, herrschte diesmal an allen Ecken und Ende eitel Sonnenschein. Auf den Bühnen gab es eine Vielzahl von Darbietungen und nicht nur in den Abendstunden der beiden ersten Festtage sah man Besuche gut gelaunt durch das Viertel bummeln um die vielen kulinarischen Angebote zu genießen, den musikalischen Darbietungen zu lauschen oder einfach im Gespräch mit Gleichgesinnten ein paar Stunden abseits des Alttags zu verbringen. „Das Heusteigstraßenfest ist immer einen Besuch wert“, findet denn auch Petra Gaber, die mit ihrer ganzen Familie durch das Viertel gezogen ist und dabei „nur auf gut gelaunte Leute“ getroffen ist. Gut gefallen hat ihr auch der am Sonntag in der Mozartstraße der wieder angebotene Flohmarkt. „Da kann man dann auch noch das eine oder andere Schnäppchen machen“, so Gaber. So gab’s für die Tochter auf dem Straßenfest nicht nur ein große Portion Eis, sondern auch eine Puppe, die künftig ein neues Zuhause hat.

Die Gastronomen lieben das Heusteigviertelfest

Seit vielen Jahren ist auch schon Werner Schönig auf dem Heusteig- Straßenfest mit von der Partie. Der gelernte Schuhmacher bleibt bei dem Ereignis nicht bei seinen sprichwörtlichen Leisten, sondern ist als Dinnede-Bäcker aktiv. „Und die Dinnede sind gut nachgefragt“, sagt Schönig, der sich freilich freut, dass seine Backwaren gut bei den Besuchern ankommen. Shabeg Singh Aullakh kann sich an seinem Stand mit indischen Leckereien über mangelnden Zuspruch ebenfalls nicht beklagen. „Ich bin bei vielen Festen unterwegs, aber das Fest im Heusteigviertel ist mir wegen der guten Stimmung immer eines der liebsten“, sagt der Gastronom.

„Ich finde die Mischung auf dem Fest einfach genial“, erklärt Andreas Merk, der am Sonntag vor allem die etwas ruhigere Atmosphäre gut findet. „Am Freitag war es mir zu voll“, sagt der 35-Jährige, der mit Freunden das Wochenende bei Musik von Laney and the Snappy Rhythm Gang ausklingen lässt. Die coole Musik gefällt übrigens m´nicht nur bei Bier oder Cocktails. Auch manch Tänzer ist von den Klängen ganz begeistert und verwandelt den Straßenbelag kurzerhand in ein Parkett.

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