Der neue Name steht bereits über dem Eingang: Tamère. Im März eröffnet das neue Restaurant im früheren Landtag im Heusteigviertel. Ein stilvoller, moderner Ort „zum Genießen und Zusammenkommen“ soll entstehen. Wer steckt dahinter?
Im Heusteigviertel steht die Wiege des Südweststaates. Im Jahr 1889 ist das Eduard-Pfeiffer-Haus an der Heusteigstraße 45 als „Wohnheim für alleinstehende und sozial schwache Männer“ eröffnet worden. Da das Gebäude nach dem Zweiten Weltkrieg nur leicht beschädigt war, tagte dort – im hauseigenen Festsaal – von 1947 an der von der US-Militärregierung neu gegründete Landtag von Württemberg und Baden. Hier trafen sich die Parlamentarier nach Gründung des Bundeslandes bis ins Jahr 1961, ehe sie den neu gebauten Landtag im Oberen Schlossgarten bezogen.
An diesem geschichtsträchtigen Ort im Heusteigviertel, in dem zuletzt die italienische Küche dominierte, zieht nun „vertraute, moderne, bodenständige Küche“ ein, wie die künftigen Betreiber Leander Leins und Felix Kaufmann sagen. Ihr neues Restaurant trägt den Namen Tamère. Darin ist das französische Wort Mère (Mutter) enthalten – dabei denken die Wirte an „Mutter Natur“, die so viele Möglichkeiten schaffe, um das Leben zu genießen und Spaß zu haben.
Zuvor befand sich an diesem Ort La Casa del Consumo
Nach dem Auszug der Betreiber von La Casa del Consumo (sie waren von 2019 bis 2024 hier) aus den Räumen, in dem einst der viel zu früh verstorbene Fernsehkoch Sante de Santis italienische Kochkurse gab, wollen die jungen Wirte von März an eine neue gastronomische Attraktion in Stuttgart schaffen – und dabei den Fokus auch auf „tolle Weine“ legen, von Winzern der Region sowie mit internationalen Positionen. „Zeitgemäß, jung“ soll es zugehen, sagt Felix Kaufmann dazu.
Sein Kollege Leander Leins hat in der Sternegastronomie von Rolf Straubinger auf Burg Staufeneck gelernt, man kennt ihn auch von der Laube Schillers Mitte auf dem Stuttgarter Weindorf. Felix Kaufmann war bisher im Catering aktiv, sorgte aber auch für das Essen im Biergarten des Studio Amore.
Vermieter erfreut über „innovatives Gastrokonzept“
Jürgen Oelschlaeger vom Bau- und Wohnungsverein Stuttgart als Vermieter freut sich, dass in den früheren Landtag erneut ein „innovatives Gastrokonzept“ einziehe, das zu diesem Haus „sehr gut passt“. Damit werde das Heusteigviertel weiter aufgewertet. Gerade wird im Inneren noch umgebaut, ein modernes Ambiente soll entstehen. Vor Weihnachten gab es bereits geschlossene Feiern, bei denen die künftigen Betreiber die neuen Räume des Tamère testen konnten. Die Küche befindet sich im Untergeschoss, die Speisen werden über einen Aufzug nach oben befördert, wo sie dann in einer Art „Showküche“ zubereitet werden.
Felix Kaufmann beschreibt das Konzept so: „Gute Qualität, ehrlich gekocht.“ Man wolle auch im Service und mit dem Ambiente für das „Wohlbefinden der Gäste“ sorgen, ohne dabei in den Sternehimmel zu zielen.