Herzogin Meghan meldet sich per Videobotschaft zu Wort. Foto: AFP/MICHELE SPATARI

Herzogin Meghan und Donald Trump werden keine Freunde mehr. In einem Videointerview anlässlich eines Gipfels für Frauen in Führungspositionen spricht die Herzogin darüber, wie sie die Kritik von außen ausblendet. Waren die Worte auch auf den Präsidenten gemünzt?

Los Angeles - Erneut hat sich Herzogin Meghan über Rassismus in den USA geäußert. In einem Videointerview für den „Fortune Most Powerful Women Summit“, der sich für mehr Frauen in Führungspositionen von Wirtschaft, Politik und Kultur einsetzt.

In dem Gespräch mit der Chefredakteurin der Zeitschrift „Fortune“, das aufgrund der Corona-Pandemie via Videokonferenz stattfand, schilderte die Frau von Prinz Harry, wie es zu ihrer viel beachteten Videobotschaft an die Abschlussklasse ihrer früheren Schule Immaculate Heart High School im Juni kam.

„Ich hatte die Rede eine Woche zuvor aufgezeichnet. Der Ton war zunächst deutlich leichter. Doch nach dem Mord an George Floyd war mir klar, dass ich diese Aufzeichnung nicht verwenden konnte. Ich habe wirklich mit mir gekämpft, was ich sagen sollte. Ich musste weinen, wenn ich daran dachte und ich sagte meinem Ehemann, dass es so niederschmetternd ist, weil es sich so bekannt anfühlte.“ Meghan Markle, die 1981 in Los Angeles geboren wurde, erlebte die dortigen Unruhen 1992, nachdem vier Polizisten den Afroamerikaner Rodney King zusammengeschlagen hatten und freigesprochen wurden.

Der Kommentar aus unserem Plus-Angebot: Donald Trump legt sich mit der Falschen an

„Was in unserem Land, in unserem Staat und in unserer Heimatstadt L.A. passiert ist, ist absolut niederschmetternd“, hatte Herzogin Meghan in ihrer Rede an die Absolventinnen gesagt. Es sei ihr schwergefallen, die richtigen Worte zu finden, gestand sie ein. „Das einzig Falsche wäre es, nichts zu sagen, denn George Floyds Leben zählt“, sagte die Herzogin in dem Video.

Zumindest indirekt sprach die Herzogin in dem Gespräch für den „Fortune Most Powerful Women Summit“ auch über die Verbalattacke von US-Präsident Donald Trump: „Manche reagieren auf Dinge, die ich nie gesagt habe. Das muss man mit Humor nehmen, auch wenn es einen ernsten Hintergrund hat und es gefährlich ist, wenn Menschen Dinge interpretieren, die nie gesagt wurden. Aber das ist eine Folge von dem, was gerade bei uns passiert.“

„Man sollte den ganzen Lärm da draußen ausblenden und sich darauf konzentrieren, ein erfülltes und sinnreiches Leben zu führen und man sollte wissen, welchen moralischen Kompass man hat“, sagte die 39-Jährige. „Wenn man sich von all den anderen Ansichten freimacht und seiner eigenen Wahrheit folgt, kann man sein Leben authentisch führen – und dazu habe ich mich entschlossen.“

Angriff von Trump

Der US-Präsident hatte die Herzogin von Sussex vergangene Woche bei einer Pressekonferenz angegriffen: Er sei „kein Fan“, sagte Trump über die Ehefrau von Prinz Harry. Dem Prinzen wünschte Trump ironisch „viel Glück“. Dieser werde es „gebrauchen können“.

Meghan und Harry hatten die Amerikaner dazu aufgerufen, bei der US-Wahl im November ihre Stimmen abzugeben. Die gebürtige Amerikanerin, die als Kritikerin von US-Präsident Donald Trump gilt, hatte schon vor einigen Wochen mit Äußerungen zur US-Wahl für Aufsehen gesorgt. Damals hatte sie gesagt, das Land brauche unbedingt „Veränderung“. Sie nannte zwar nie Trump oder dessen Herausforderer Joe Biden beim Namen - dennoch wurden die Äußerungen allgemein als Distanzierung vom Präsidenten verstanden.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: