Der Gemeinderat hat sein „Go“ für das letzte große Ausschreibungspaket der Fruchtkastensanierung gegeben.
Nach Jahrzehnten des Dornröschenschlafs wird der Fruchtkasten, das nach der Stiftskirche zweitgrößte historische Gebäude der Gäustadt, saniert. Aktuell wird unter anderem das Dach des mittelalterlichen Speichergebäudes, das 1683/84 errichtet wurde, neu eingedeckt. In der jüngsten Ratssitzung gab das Stadtparlament nun ohne Gegenstimmen bei vier Enthaltungen grünes Licht für das siebte und letzte große Ausschreibungspaket. Damit sind nun 97 Prozent der Bauleistungen vergeben.
Das Paket umfasst Außenanlagen, Innentüren, Fliesen und Tischlerarbeiten. Dass die aufgerufene Gesamtsumme von rund 765 000 Euro rund elf Prozent über der Kostenprognose liegt, begründet die Stadtverwaltung damit, dass es zu Änderungen gegenüber der ursprünglichen Planung gekommen sei. So wurde unter anderem die Fläche, auf der die Außenanlagen neugestaltet werden sollen, erweitert. Die höheren Kosten lassen sich jedoch mithilfe guter Ergebnisse aus vorangegangenen Ausschreibungsrunden kompensieren. Die Gesamtinvestitionssumme in Höhe von 19,25 Millionen Euro bleibt unverändert.
Nach der Fertigstellung soll das denkmalgeschützte Bauwerk, in dem zudem ein romanisches Steinhaus aus dem 13. Jahrhundert integriert ist, zukünftig multifunktional genutzt werden. Außer Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen sollen dort auch die Touristeninfo, ein Café und einen Laden für regionale Produkte eine Heimat finden.
Mehrarbeit und Mehrkosten
Bisher sah die Zeitschiene vor, dass die Arbeiten bis Ende dieses Jahres abgeschlossen werden. Dieser Termin verschiebt sich nun allerdings um fünf Monate auf Ende Mai nächstes Jahr. Für die Bauverzögerung verantwortlich sind dabei verschiedene Aspekte. So erwiesen sich die archäologischen Arbeiten im Innen- und Außenbereich als umfassender als zunächst angenommen. Außerdem waren zusätzliche Ertüchtigungsmaßnahmen im Bereich des Holz-Tragwerkes erforderlich. Nicht verzeichnete Bestandskanäle im Untergrund erforderten zudem Änderungen in der Planung der Technikzentrale. Ebenso führte eine erforderliche Neu-Ausschreibung des Elektrogewerkes zu Zeitverzug.