Ein Platz zum Trauern um Brigitte Weiler: Blumen vor ihrem Haus in Oberjesingen. Foto: factum/Granville

Nachbarn und Freunde der beim Talibanangriff in Kabul getöteten Frau errichten eine kleine Gedenkstätte vor ihrem Haus in Oberjesingen

Herrenberg - Sie wollen den Tod ihrer Nachbarin nicht einfach still hinnehmen. „Wenn in Paris oder sonstwo Menschen bei einem Terroranschlag sterben, erinnern die Überlebenden mit Blumen und Kerzen an die Toten“, sagt Annette Nüßle, die in unmittelbarer Nachbarschaft der am Sonntag bei einem Talibanangriff in Kabul getöteten Brigitte Weiler wohnt. „Auch Brigitte Weiler ist ein Terroropfer und eine ungewöhnliche Frau, die Enormes geleistet hat.“

Deshalb hat Nüßle gemeinsam mit Helga und Traugott Wolf, die gleich gegenüber von Brigitte Weiler wohnen, eine kleine Gedenkstätte vor dem Haus der Verstorbenen errichtet. Fotos zeigen die 65-Jährige bei ihren Einsätzen in Afghanistan. Seit 30 Jahren besuchte die Krankenschwester regelmäßig abgelegene Bergdörfer im kriegsgeschüttelten Land und verteilte warme Kleidung und Medikamente an die Ärmsten der Armen. Ihr Engagement wurde ihr nun zum Verhängnis.

In ihrem Heimatort Oberjesingen soll Brigitte Weiler bestattet werden. Doch bis ihr Leichnam von Afghanistan nach Herrenberg überführt werden kann, wird es noch eine Weile dauern. Einen Platz zum Trauern gibt es aber bereits jetzt schon: bei der Bank vor dem Eingang zu Brigitte Weilers Haus.

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