P+R-Plätze in Herrenberg werden teurer. Foto: Jens Wolf/dpa

Die Preise für alle angebotenen Ticketarten für das Parkhaus am Bahnhof werden ab Anfang 2026 steigen. Auch der Wasserpreis in Herrenberg wird angehoben.

Parken im von den Stadtwerken Herrenberg (SWH) als Eigenbetrieb der Stadt betriebenen Parkhaus, das sich nördlich des Bahnhofes in der Kalkofenstraße befindet, und auf dem Park-and-Ride-Parkplatz in derselben Straße, wird ab Anfang 2026 teurer: Der Preis für das Tagesticket steigt von bisher drei auf vier Euro. Das Monatsticket wird dann 30 statt 20 Euro kosten. Auch der Preis für Dauerparktickets, die nur in Verbindung mit einem Bahn- oder S-Bahn-Ticket beim VVS erhältlich sind, steigen – für ein Jahresticket von 180 auf 250 und für das halbe Jahr von 90 auf 125 Euro. Den von der Stadtverwaltung so vorgeschlagenen Erhöhungen stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.

 

Betonsanierung steht an

Die Parkgebühren in den anderen städtischen Parkhäusern und auf den Kurzzeitparkplätzen in der Bahnhofstraße bleiben unverändert. Ebenfalls keine Auswirkungen hat der Beschluss für den Parkplatz südlich des Herrenberger Bahnhofs, der von Contipark als Partner der DB BahnPark betrieben wird. Ab 3,80 Euro pro Tag können dort laut dafür notwendiger App Stellplätze online reserviert werden.

Die Argumente, die aus Sicht von Stadtverwaltung und Werksleitung für diese Anhebung sprechen, war für das Stadtparlament nachvollziehbar, wie das Votum zeigt. Außer der Tatsache, dass die Parkgebühren des Herrenberger P+R-Angebots im Regionalvergleich auf eher niedrigem Niveau liegen, spielt es dabei auch eine Rolle, dass Sanierungsmaßnahmen bevorstehen. Diese werden notwendig, damit die Statik des Gebäudes mittelfristig gesichert wird. 2021, als das Bauwerk wegen Aufstockungsplänen untersucht worden war – das Projekt wird nicht mehr weiterverfolgt – waren Schäden am Beton und an den Armierungen entdeckt worden.

Außerdem gelten in Herrenberg vom 1. Januar an höhere Preise für Trinkwasser. Während die Grundgebühr gleich bleibt, erhöht sich der Arbeitspreis von netto 2,75 Euro auf 2,79 Euro je Kubikmeter Wasser. Durch die Erhöhung um netto 0,04 Euro pro Kubikmeter wird ein vierköpfiger Haushalt mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 160 Kubikmetern um rund 6,40 Euro pro Jahr (jeweils zuzüglich sieben Prozent Mehrwertsteuer) zusätzlich belastet, rechnet der Herrenberger Versorger vor. Die Stadtwerke begründen die Preiserhöhung mit steigenden Wasserbezugs- und Instandhaltungskosten.

Parallel dazu befinden sich die SWH in einem Transformationsprozess. Die Grundlage dafür bildet eine externe Unternehmensanalyse, deren Ergebnisse seit Mitte des Jahres vorliegen. Diese hat aufgezeigt, dass der klassische Mehrspartenbetrieb der Daseinsvorsorge, bei dem defizitäre Geschäftsfelder durch Gewinne in anderen Sparten querfinanziert werden, nicht mehr funktioniert.

Eigenkapital wird aufgestockt

Um das Wachstum in den Geschäftsfeldern mit Zukunftspotenzial wie Stromvertrieb, Wärme und Erneuerbare Energien zu forcieren, braucht der Eigenbetrieb zusätzliches Eigenkapital aus dem städtischen Haushalt. Für eine solche Erhöhung um drei Millionen Euro in zwei gleichen Tranchen in diesem Geschäftsjahr und 2026 hat der Gemeinderat ebenso ohne Gegenstimme und Enthaltung grünes Licht gegeben.

So kommen die SWH auf eine Eigenkapitalquote von 25 Prozent, die gemeinhin als notwendige Untergrenze betrachtet wird, um zu marktgerechten Konditionen Kredite bei Banken zu erhalten. Ohne diese finanzielle Stärkung müssten Projekte, die die SWH als sinnvoll erachtet, wie zum Beispiel einen Wärmeverbund ihres eigenen Gebäudes mit der nahe gelegenen Polizeihochschule, unter Umständen verschoben oder reduziert werden.