Beim Brot und Rosenmarkt werden krative und handgefertigte Produkte angeboten. Foto: © Stadtverwaltung Herrenberg

Veranstaltungsreihe Brot und Rosen rückt die Care-Arbeit in den Mittelpunkt

Wer kocht, räumt auf und putzt? Wer erzieht, betreut und pflegt? Wer organisiert den Alltag, hört zu und gibt Rückhalt? Diese sogenannten Care-Aufgaben sind in unserer Gesellschaft ungleich verteilt und oft nicht wertgeschätzt. „Care-Arbeit fair teilen“ heißt deshalb das Motto der Veranstaltungsreihe Brot und Rosen in diesem Jahr.

 

Frauen bringen deutlich mehr Zeit für unbezahlte Sorgearbeit wie Kinderbetreuung, Pflege und Haushalt auf als Männer. Zeit, die Frauen für eine bezahlte Erwerbsarbeit fehlt.

Diesen Unterschied theamtisiert die Themenreihe 2026 mit verschiedenen Veranstaltungsformaten. Der offizelle Auftakt findet am Sonntag, 1. März, in der Spitalkirche statt. „Caren und kehren – aber bitte alle“ heißt das flotte Theaterstück mit Adele Seibold an den Besen und Ariella Pavoni an den anderen Instrumenten. Tickets können an der Abendkasse erworben werden.

Sorgearbeit=Frauensache?

Auf die Forderung nach einem gleichen Lohn und auf gerecht aufgeteilte Care-Arbeit macht zwischen dem Equal Pay Day (27. Februar) und dem Equal Care Day (1. März) am Samstag, 28. Februar, auf dem Marktplatz mit einem Aktionsstand aufmerksam.

Der Stadtspaziergang der Frauengeschichtswerkstatt am 7. März zeigt in lebendigen Spielszenen, wie Frauen in den unterschiedlichen Epochen Fürsorge- und Pflegearbeit geleistet haben. Der Vortrag „Stille Leistung“ am Mittwoch, 11. März, mit Andrea Buck rückt die hohe Verantwortung und Belastung von pflegenden Angehörigen in den Fokus.

Weitere Höhepunkte im Programm sind der Kabarettabend mit Alice Köfer „Alles zu meiner Zeit“ am Mittwoch, 18. März, und das Gastspiel des Studiotheaters Stuttgart, das am 22. März in Herrenberg mit „Emanzipation – Sind wir bald daaa?“ gastiert.

Das Thema „Antifeminismus – Warum er die Demokratie bedroht und was wir dagegen tun können“ greift ein Workshop mit Claudia Nowak-Walz am Dienstag, 24. März, auf.

Kreative Produkte von Frauen

Natürlich fehlt auch der jährliche Publikumsmagnet, der Brot und Rosenmarkt, nicht: Am Samstag, 14. März, bieten in der Stadthalle Unternehmerinnen aus der Region wieder kreative und handgemachte Produkte an.


Bei der Kleidertauschparty am Samstag, 21. März, bilden Nachhaltigkeit und Fairness den Schwerpunkt und der Vortrag mit Modenschau am Donnerstag, 26. März, mit der Bekleidungsingeneurin Karin Pfisterer zeigt auf, was verwantwortungsvolle Konusmenten bei der Vermeidung von Chemiekalien in der Kleidung tun können.

Weitere Veranstaltungen rund um Selbstfürsorge und Weiterbildung finden sich im Programm:

Die Agentur für Arbeit und der Jobcenter Herrenberg beantworten Fragen zum Wiedereinstieg nach Familien- und Pflegezeit am Donnerstag, 5. März. Hier werden Tipps zur richtigen Vorbereitund auf die Rückkehr in das Berufsleben gegegeben.

Die Stadtbibliothek zeigt die Ausstellung „Besonders habe ich mich immer gefühlt“ von queeren, älteren Personen, die bis zum 14. März zu sehen ist, und lädt am Donnerstag, 19. März, zum gemeinsamen stillen Lesen ein. Das Team der Stabi hält Buchempfehlungen für den „Silent Reading Abend“ bereit.

Weitere Informationen unter www.herrenberg.de/brot-und-rosen

Hintergrund:

Die Streik-Parole „Brot und Rosen“ wurde 1912 als Lied von mehr als 20.000 Textilarbeiterinnen in Lawrence / Massachusetts, gesungen. Beim „Brot-und-Rosen-Streik“ kämpften Frauen entschieden für ihre Interessen. Sie forderten nicht nur gerechten Lohn (Brot), sondern auch eine menschenwürdige Arbeits- und Lebensumgebung (Rosen).
Der Streik führte dazu, dass die Arbeiterinnen eine Lohnerhöhung von bis zu 25 Prozent und eine gerechtere Bezahlung von Überstunden erhielten.

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