Dort, wo das Müllauto um die Ecke biegt (Bildmitte), wird das Firmenportal von Herma gebaut Foto: Otto-H. Häusser

Herma produziert in Filderstadt Haftmaterial, Etiketten und Etikettiermaschinen. Die Neugestaltung des Geländes von fünf auf knapp 15 Hektar ist fast abgeschlossen. Wichtiger Ackerboden fiel dem Vorhaben nicht zum Opfer.

Bonlanden - Die Neugestaltung des Firmengeländes in Filderstadt-Bonlanden ist nahezu abgeschlossen. Sobald die Kreuzung Raiffeisen-/Rainäckerstraße umgebaut ist, wird die Fabrikstraße gekappt. Ende Oktober soll das passieren. „Anschließend werden wir die Firmenzufahrt neu gestalten. Am oberen Ende des Geländes werden wir zusätzlich ein Drehkreuz für die Mitarbeiter und eine Feuerwehrzufahrt einrichten“, sagt Geschäftsführer Sven Schneller.

Die knapp 1000 Mitarbeiter sollen künftig ihre Autos nur noch im Parkhaus gegenüber vom Edeka-Markt abstellen. „Damit kommen wir den Anwohnern der Hohe Straße entgegen“, sagt Schneller. Weil die Herma-Mitarbeiter bei der Produktion von Haftmaterial und Etiketten im Drei-Schicht-Betrieb arbeiten, gebe es frühmorgens und nachts Parkverkehr. Dieser soll künftig ganz zur Raiffeisenstraße hin verlagert werden.

Herma dehnt sich nicht weiter aus

Herma sei auf gute Nachbarschaft bedacht, sagt Schneller. Dasselbe gelte für das Verhältnis zur Stadt. „Es ist für uns klar gewesen, dass wir die Voraussetzungen für eine Schließung der Fabrikstraße schaffen müssen.“ Deshalb habe Herma rund 1,6 Millionen Euro in den Umbau der Straßen investiert, die künftig den jetzigen Verkehr der Fabrikstraße aufnehmen. Damit dies funktioniert, wird vor allem die Rainäckerstraße im Bereich des Edeka verbreitert. Gleichzeitig werden dort Gehwege und Fahrradschutzstreifen angelegt.

Sven Schneller ist stolz darauf, dass Herma bei der Erweiterung des Firmengeländes keinen wertvollen Ackerboden versiegelt. Die Fabrikhallen entstanden da, wo früher die Firma Sulzer-Morat war. Diese flächenschonende Expansion von Herma in Bonlanden von fünf auf fast 15 Hektar sei ganz im Sinne der 29 Eigentümer, die übrigens alle mit dem Firmengründer Heinrich Hermann verwandt oder verschwägert sind. In diesem Zusammenhang tritt Schneller Spekulationen, die Firma Herma werde sich noch weiter ausdehnen, entgegen. Der Edeka-Markt und das Fahrradgeschäft würden weiterhin an die jetzigen Betreiber vermietet.

Beitrag zum Umweltschutz

110 Millionen Euro hat Herma letztlich in den Bau der Firmengebäude in Bonlanden investiert – zehn Prozent mehr als ursprünglich geplant. Angesichts der Kostensteigerungen bei öffentlichen Bauvorhaben könne man damit noch zufrieden sein, sagt Schneller. Mit dem Ausbau hat Herma auch seine Standorte in Wangen und Deizisau aufgegeben. In Bonlanden befinden sich nun neben der Etikettenherstellung auch die Produktion der Etikettiermaschinen und zwei voneinander unabhängige Produktionswerke für Haftmaterial. Bei Letzterem hat die Firma erst vor Kurzem eine wichtige Neuerung eingeführt: Das Haftmaterial, aus dem später Etiketten hergestellt werden, braucht künftig an den Klebestellen kein Unterlagenpapier mehr. Bei der Herstellung der Etiketten können die Großkunden mithilfe einer Sprühvorrichtung die Klebeschicht aktivieren. Durch den Wegfall des Papiers werde vor Ort beim Kunden sehr viel Abfall eingespart, sagt Schneller.

Zu dieser Neuerung, die von Herma entwickelt wurde, passt auch die Begrünung der neuen Firmendächer. „Auch damit leisten wir einen Beitrag zum Umweltschutz“, sagt Schneller. Das Regenwasser, das nicht von den Pflanzen aufgenommen werde, leite man in den Bombach ein, sagt der Geschäftsführer.

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