Herbert Grönemeyer bringt in Stuttgart einer ganzen Halle das Singen bei. Foto: Lichtgut/Ferdinando Iannone

Einer der größten deutschen Sänger gibt sich in der Hanns- Martin-Schleyer-Halle die Ehre. Herbert Grönemeyer zieht das Publikum von Anfang an auf seine Seite.

Stuttgart - „Jeder braucht ein trautes Umfeld, keiner wohnt für sich“ - zehn Minuten erst steht Herbert Grönemeyer am Samstagabend auf der Bühne der Hanns-Martin-Schleyer-Halle, und schon bringt er dieser Halle das Singen bei. „Und immer“ heißt das Lied, es findet sich auf Grönemeyers jüngstem Album „Tumult“, auf dem Markt seit November.

Harte Rocknummern

Grönemeyer, noch 62 Jahre alt, wirkt so aufgekratzt und energetisch wie eh und je. Seine Stimme springt die Silben aufwärts, in ihrem charakteristischen Ton; er trägt schwarzen Anzug, weißen Turnschuh, und er tanzt.

Das neue Album bestimmt den Beginn des Konzertes. Dann der erste große Hit, dann gleich der zweite, dritte. Bei „Bochum“ klirrt die Gitarre, schreit das Saxofon, „Männer“ und „Was soll das“ kommen als harte Rock-Nummern. Tatsächlich: Herbert Grönemeyer, Deutschlands erfolgreichster Sänger, will es auf seine alten Tage noch einmal wissen.

Warnung vor Populisten

Er streift fast alle seine Manierismen ab, präsentiert seine Musik entschlackt und kraftvoll, findet die Zeit, nebenher ein wenig mit der eigenen Eitelkeit zu kokettieren, warnt natürlich vor Populisten und setzt sich schließlich an weit draußen auf seiner Vorbühne, an den Flügel.

Vor acht Jahren lockte Herbert Grönemeyer 32 000 Menschen auf den Cannstatter Wasen. Am Samstagabend singt er für 12 500 Menschen in der nicht gänzlich ausverkauften Schleyer-Halle. Er lässt keinen Hit aus, findet zur großen Form und macht sie alle glücklich, bis spät in die Nacht.

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