Intarsien - die hohe Kunst der Holzbearbeitung Foto: Reinhard Kubens

Am 8. März werden um 14:00 Uhr mit einem Glas Sekt die neuen Jahresausstellungen mit Sammlerstücken von Eicke Rossow und Hemminger Bürgern als Doppelausstellung eröffnet. Im Wohnhaus: „Intarsien – die hohe Kunst der Holzbearbeitung“ Scheune: „Die Axt – Muskelkraft statt Kettensäge“ Eicke Rossow ist 1953 geboren und hat seine Schulzeit in Hemmingen verbracht. Derzeit wohnt er alleine in einem Haus in Leonberg-Silberberg, welches fast einem kleinen Museum für Gerätschaften zur Holzbearbeitung wie z.B. Beile, Äxte, Ziehmesser und Intarsien gleichkommt.

Beide Ausstellungen haben auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun, aber man merkt schnell, dass es doch verbindende Elemente gibt. Beiden Themen liegt als Grundlage der Werkstoff Holz zugrunde. Die Axt hat der Mensch ursprünglich für die grobe Holzbearbeitung erfunden, wofür sie auch heute noch eingesetzt wird, das ändert nichts daran, dass diese über viele Jahre auch als Waffe diente. Dieses Schicksal teilen viele Erfindungen auch heute noch.

 

Intarsien werden im Schwerpunkt aus Holzwerkstoffen hergestellt und stehen so im Gegensatz für die filigrane, künstlerische Holzbearbeitung.

Beide Ausstellungen spannen somit den Bogen der Holzbearbeitung von grob zu fein. In diesem Kontext zeigt der Etterhof vorwiegend Sammlerstücke aus beiden Gebieten von Eicke Rossow in Verbindung mit der Hobelsammlung des Etterhofs, welche wir im letzten Jahr übernommen haben. Dankenswerter Weise haben uns auch Hemminger Bürger mit sehenswerten und einzigartigen Exponaten unterstützt.

Die Ausstellung „Intarsien – die hohe Kunst der Holzbearbeitung“ zeigt vorwiegend einen Ausschnitt aus der Intarsien-Sammlung von Herrn Rossow wie Brett- und Backgammonspiele, Schmuckschatullen, dekorative Boxen und Möbel, sowie eine Vielzahl von Bildern.

Eine Intarsie (über italienisch intarsiare) ist eine Dekorationstechnik, bei der auf einer planen Oberfläche verschiedene Hölzer und andere Materialien so in- oder aneinandergelegt werden, das eine ebene Fläche entsteht, die verschiedenfarbige und unterschiedlich strukturierte Einschlüsse enthält.

Zu den ältesten bekannten Gegenständen zählt dabei ein mit Einlegearbeiten verzierter Zedernholzsarg aus dem Ägypten der 12. Dynastie (etwa 2012–1792 v. Chr.).

Die Ausstellung „Die Axt – Muskelkraft statt Kettensäge“ erinnert mit den Äxten von Herrn Rossow in Verbindung mit den hauseigenen Hobeln an die Ursprünge der Holzbearbeitung auch in Hemmingen.

Die Axt zählt zu den ältesten Werkzeugen des Menschen. Die ältesten Äxte waren sogenannte Handbeile.

Das Handbeil war ein birnenförmiges, grob behauenes Steinwerkzeug, das über eine gleichmäßige und sich verjüngende Spitze sowie einen breiten Griff verfügte. Vermutlich wurde der Faustkeil auf vielfältige Weise eingesetzt: Angefangen vom Zerlegen von Tieren bis hin zum Ausgraben von Wurzelknollen.

Die Handbeile bzw. Faustkeile verfügten über keinen Schaft. Sie wurden bereits vom Homo ergaster vor 1,6 Mio. Jahren eingesetzt.

Zur Eröffnung am 8. März wird gemeinsam einen Beilstiel am Ziehbock im Rahmen einer Mitmachaktion hergestellt. Eicke Rossow zeigt wie es geht. Für alle, die an diesem Tag keine Zeit haben, wird diese Aktion am 20. September wiederholt.

Im Rahmen des Ausstellungsprogrammes wird am 10. Mai und am 11. Oktober aus einem Stamm mit den Äxten ein Balken behauen. Auch an dieser Aktion kann sich jeder beteiligen.

Am 13. Juni findet im Etterhof ein Messerschleifkurs statt. Am 14. Juni ist dann der Messerschleifer im Museum und schleift gegen eine kleine Spende die Messer der Besucher.

Die Ausstellungen sind Sonntags von 14:00 – 17:00 Uhr im Etterhof in Hemmingen in der Eisgasse 7 bis zum 18. Oktober zu sehen. Im Ziegenstall, dem „Museums-Café“ kann man bei Kaffee und Kuchen auch eine Pause zwischen beiden Ausstellungen einlegen.

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