Im Rahmen der Sonderausstellung „Die Axt – Muskelkraft statt Kettensäge“ zeigt Eicke Rossow, wie man früher Klingen geschliffen hat und wie man das heute mit zeitgemäßen Geräten ausführt.
Der Scherenschleifer – regional auch Messerschleifer genannt – repariert, wartet und schärft defekte und/oder stumpfgewordene Scheren, Messer, Sicheln, Sensen und sonstige Klingen an einer Schleifsteinvorrichtung. Seit dem Mittelalter übte er ein sog. Wandergewerbe aus, d.h. er zog von Ort zu Ort seinen Runden und bot Privathaushalten seine Dienste an.
Als um 1500 die Nachfrage nach Hieb- und Stichwaffen stieg, ging der Scherenschleifer aus dem Handwerk des Waffenschmieds hervor. Während des Schmiedens von Schwertern, Dolchen u. ä. gehört wiederholtes Schleifen zum Herstellungsprozess. Nicht selten hatte ein Schmied Gehilfen, die genau darauf spezialisiert waren.
Als neben Waffen auch mehr gute Scheren und Messer von anderen Handwerken benötigt und in privaten Haushalten zunehmend gefragt waren, steigerte dies ebenso den Bedarf, durch Gebrauch stumpf gewordene Werkzeuge erneut zu Schärfen. Das war die Marktlücke, in der umherziehende Scheren- und Messerschleifer ihren Broterwerb fanden. Sie lebten – meist ohne festen Wohnsitz – am Rande der Gesellschaft.
Verwendet wurden in der Regel rotierende Schleifscheiben oder -räder, die meist mit einem Fußpedal, seltener mit einer Handkurbel betrieben wurden. Durch die hohe Umdrehungsgeschwindigkeit entsteht für den Bearbeitungsprozess günstige Reibungswärme am Werkstück. Allerdings muss bei empfindlichen Materialien (z.B. gehärteten Messer- u. Werkzeugklingen) besonders auf entsprechende Kühlung geachtet werden, da Stahl seine Härte bereits bei über 170°C verliert – besonders anfällig dafür sind dünnen Schneiden von Messerklingen.
Deshalb ist es nötig, den Schleifstein während des Schleifens mit Wasser oder Petroleum/Schleiföl zu benetzen.
Zum Schleifen wird eine Klinge (z.B. die eines Messers) flach aufgelegt und der Rücken je nach gewünschtem Schleifwinkel leicht angehoben. Dieser Winkel richtet sich nach der Geometrie und dem Einsatzbereich des Messers. Feine Schneiden (wie bei Skalpellen, Küchen- und Schnitzmessern) benötigen einen kleinen Winkel von 15 bis 20°. Natürliche Schleifsteine gibt es aus Sedimentgestein, wie Sandstein und Schiefer, aber auch Basalte, Granite und Quarzite sind geeignet. Unterschieden wird in Wasser- und Ölsteine. Der alte Ausdruck für letztere stammt noch aus der Zeit, als es noch keine rostfreien Stähle gab. Messerklingen, die auf einem Stein mit Öl geschliffen oder abgezogen wurden, bekamen bei diesem Vorgang einen leichten Ölfilm und dadurch einen kurzzeitigen Rostschutz.
Wer das erleben will, kommt am 13.06. 2026 um 14:00 Uhr in den Etterhof in Hemmingen in der Eisgasse 7 und kann in einem ca. zweieinhalbstündigen Kurs das Messerschleifen erlernen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Veranstaltung ist kostenfrei, der Meister freut sich jedoch über eine Spende.
Am 14. Juni schleift Eicke Rossow innerhalb der Öffnungszeit des Kaffee-Treffs zwischen 14:00 und 17:00 Uhr Ihre mitgebrachten Messer gegen eine angemessene Spende.
Am 21. Juni kommt Bijou Schneider in den Etterhof. Sie wird mit allen Gästen und Besuchern nassfilzen. Die Veranstaltung eignet sich speziell für Kinder ab 6 Jahren.
Die Aktion beginnt um 14:00 Uhr und endet um 17:00 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, alle benötigten Materialien sind vorhanden. Wie bei allen Mitmachaktionen im Etterhof können natürlich auch Erwachsene oder Begleitpersonen teilnehmen.
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