In der Galerie der Ehrenbürger findet man Helmut Pflüger neben Karl-Heinrich Lebherz. Foto:  

Im Winnender Rathaus ist die Galerie der Ehrenbürger um ein Porträt reicher. Am Dienstag wurde das Bild Helmut Pflügers feierlich enthüllt. Der Ehrenkommandant der Freiwilligen Feuerwehr ist im März 2018 auch Ehrenbürger seiner Heimatstadt geworden.

Winnenden - Wer etwas über die Feuerwehr und deren Geschichte recherchieren musste, kannte im Rems-Murr-Kreis einen ebenso kompetenten wie hilfsbereiten Ansprechpartner: Helmut Pflüger, der ehemalige Stadtkommandant der Winnender Feuerwehr und Initiator des Feuerwehrmuseums, der im vergangenen November im Alter von 89 Jahren gestorben ist. Für seine Verdienste um seine Heimatstadt, in deren Wehr er 71 Jahre lang für die Sicherheit der Winnender Bevölkerung sorgte, davon 34 Jahre als Kommandant, wurde er im vergangenen Jahr zum Ehrenbürger ernannt – eine Auszeichnung, die in Winnenden nur sehr selten vergeben wird.

Die Mitstreiter kommen zur Feierstunde

Am Dienstag wurde nun das Porträt Pflügers im ersten Stock des Rathauses enthüllt, wo sämtliche Ehrenbürger der Stadt prominent eine Galerie bilden. Anwesend waren neben Pflügers Söhnen Helmut und Harald und deren Familien einige Mitstreiter des Ehrenbürgers, die mit ihm jahrzehntelang für das Wohl der Stadt sorgten. Darunter der frühere Oberbürgermeister Karl-Heinrich Lebherz – der 1995 zuletzt Winnender Ehrenbürger geworden ist – und sein damaliger Stellvertreter Paul Hug. Beide zählen mit Helmut Pflüger zu den maßgeblichen Motoren im Vorstand des Museumsvereins.

„Schon in frühen Jahren hatte Helmut Pflüger großes Interesse an der Geschichte des Brandschutzes. 1972 eröffnete er ein kleines Museum im Untergeschoss der Feuerwache, welches er kontinuierlich zum führenden Feuerwehrmuseum Deutschlands machte“, sagte der Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth in seiner Laudatio. Als ehemaliger Bürgermeister Creglingens, das ebenfalls ein ansehnliches Feuerwehrmuseum hat, kenne er die Szene in Deutschland. „Als ich mich hier beworben habe, bin ich mit meiner Familie inkognito ins Feuerwehrmuseum gegangen und habe von Helmut Pflüger eine Führung bekommen. Als ich danach sagte, wer ich bin, hat er mich mit dem Blick angeschaut wie er auf dem Porträt zu sehen ist“, sagte Holzwarth. Das Bild sei sehr gelungen, versicherte er der Schwaikheimer Malerin Anne Hofmann, die Helmut Pflüger nicht persönlich kennenlernen konnte. „Ich habe mit der Familie zusammen ein Foto ausgesucht, nach dem ich das Porträt dann malte“, sagte sie.

Das Feuerwehrmuseum als Herzensangelegenheit

Für seinen Vater sei das Feuerwehrmuseum der Mittelpunkt gewesen, sagte Harald Pflüger, der Nachfolger seines Vaters als Kommandant wurde und wie er den Titel des Ehrenkommandanten führen darf. „Wenn es was zu tun gab, musste die ganze Familie mithelfen“, erzählte Pflüger, der wie sein Vater ein begeisterter Feuerwehrhistoriker ist und in ganz Deutschland mit Feuerwehrmuseen zu tun hat. „Überall ist er bekannt und hat nach wie vor einen großen Namen.“ Ihm sei außer seinem Vater auch kein anderer Feuerwehrmann bekannt, der die Ehrenbürgerwürde erhalten hat. Im Namen der ganzen Familie dankte Pflüger der Stadt deshalb für die Ehrung seines Vaters.

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