Ein auffallend heller Lichtpunkt am Südwesthimmel ist nach Sonnenuntergang nicht zu übersehen: Die Venus gilt als Schwesterplanet der Erde – doch ihre Temperaturen an der Oberfläche sind außergewöhnlich.
Stuttgart - Bereits kurz nach Sonnenuntergang macht sich am Südwesthimmel ein Lichtpunkt bemerkbar. Mit zunehmender Dunkelheit tritt er immer deutlicher hervor, bis er als hell strahlendes Gestirn unübersehbar ist: Die Venus, der innere Nachbarplanet der Erde, übertrifft mit ihrem Glanz alle anderen Gestirne – abgesehen von Sonne und Mond. Venus spielt zurzeit ihre Rolle als Abendstern, so die landläufige Bezeichnung. Allerdings ist sie gar kein Stern, keine selbstleuchtende, glühende Gaskugel, sondern ein Planet, der von der Sonne beleuchtet wird. Venus ist 108 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt, das sind 72 Prozent der Distanz von der Sonne zur Erde. Für einen vollen Umlauf um die Sonne benötigt sie siebeneinhalb Monate.
Als Schwesterplanet der Erde ist Venus fast so groß wie diese. Umhüllt ist sie von einer dichten, geschlossenen Wolkendecke. Diese reflektiert einen Großteil des Sonnenlichtes, weshalb der Abendstern so hell erstrahlt. Wegen der Nähe zur Sonne ist es auf der Venus sehr heiß: Raumsonden, die dort landeten, funkten Botschaften aus einer wahren Gluthölle. Die Temperaturen liegen bei 470 Grad Celsius, an manchen Orten wurde über 590 Grad gemessen. Blei würde auf der Venusoberfläche schmelzen wie bei uns Butter in der Sonne.
Atmosphäre aus Kohlendioxid
Der Atmosphärendruck ist so hoch wie in 900 Meter Meerestiefe auf der Erde. Wasser gibt es keines, die Venus ist staubtrocken. Nicht nur die größere Sonnennähe bedingt die hohen Temperaturen. Eine wesentliche Rolle spielt der Treibhauseffekt. Zu über 96 Prozent setzt sich die Venusatmosphäre aus Kohlendioxid zusammen, einem wirkungsvollen Treibhausgas.
Von allen Planeten dreht sich Venus am langsamsten. Eine volle Rotation dauert 243 Tage, wobei sie entgegengesetzt dem allgemeinen Drehsinn im Sonnensystem rotiert. Daraus folgt, dass ein voller Venustag, also eine komplette Hell-Dunkel-Phase, 117 irdische Tage dauert. Einen Mond besitzt die Venus nicht.
Im Laufe des Monats ist Venus am Abend immer länger sichtbar. Zu Monatsbeginn geht sie kurz vor neun Uhr abends unter, am 29. Februar erst eine Viertelstunde nach zehn Uhr. Ein netter Himmelsanblick ergibt sich am 27. gegen 21 Uhr, wenn die zunehmende Mondsichel am Westhorizont nahe der strahlenden Venus zu sehen ist.
Mars zeigt sich am Morgenhimmel
Merkur zeigt sich von 6. bis 12. in der fortgeschrittenen Abenddämmerung knapp über dem Westhorizont. Als sonnennächster Planet ist er nur selten zusehen, da er sich meist nahe der Sonne am Taghimmel aufhält. Kurz nach halb sechs Uhr abends ist es bereits so dunkel, dass man den Benjamin der Planeten erkennen kann. Gegen 19 Uhr verschwindet er im Horizontdunst. Mars ist am Morgenhimmel zu sehen – ab fünf Uhr knapp über dem Südosthorizont.
Noch ist Mars nicht besonders hell. Aber im Oktober dieses Jahres wird Mars als auffälliges Gestirn am Nachthimmel die Blicke auf sich ziehen. Denn Mitte Oktober wird die Erde ihren äußeren Nachbarplaneten auf der Innenbahn überholen, wobei die geringste Distanz von ihm erreicht wird. Auch Jupiter erscheint morgens am Himmel. Der Riesenplanet geht nach Mars gegen halb sieben Uhr morgens auf – Ende Februar dann bereits um fünf Uhr. Der gelblich-weiße Planet ist deutlich heller als der rötliche Mars.
Wintersternbilder im Westen
Der zunehmende Mond passiert in der Nacht vom 3. auf 4. Februar das Goldene Tor der Sonnenbahn, die zwischen den beiden Sternhaufen Plejaden und Hyaden im Stier verläuft. Am hellen, orangen Hauptstern des Stieres, Aldebaran, kann man gut die Wanderung des Mondes im Laufe der Nacht verfolgen. Aldebaran dient dabei als Wegmarke. Vollmond tritt am 9. um 8.33 Uhr im Sternbild Löwe ein. Einen Tag später kommt der Mond mit 360 460 Kilometer in Erdnähe. Neumond wird am 23. um 16.32 Uhr erreicht, während der Mond am 26. mittags seinen erdfernsten Bahnpunkt passiert, wobei ihm 406 280 Kilometer von uns trennen.
Die Wintersternbilder sind gegen 22 Uhr deutlich nach Westen gerückt. Hoch über unseren Köpfen erblickt man die beiden Zwillingssterne Kastor und Pollux. Fast im Zenit leuchtet die gelbliche Kapella im Fuhrmann. Am Westhimmel leuchtet der Stier mit Aldebaran, während Orion, das dominierende Wintersternbild, sich im Südwesten seinem Untergang nähert.
Der Löwe zeigt den Frühling an
Dem Himmelsjäger Orion folgt in Südwesten Sirius im Großen Hund. Er ist der hellste Fixstern am irdischen Firmament. Aus dem sich jährlich verspätenden Frühaufgang es Sirius erkannten die Ägypter einst, dass ein Sonnenjahr um einen Vierteltag länger dauert als genau 365 Tage. König Ptolemaios III., Euergetes genannt, ordnete 238 vor Christus im Edikt von Canopus an, jedes vierte Jahr einen Tag am Jahresende anzufügen. Doch die ägyptischen Priester protestierten und verhinderten diese geplante Kalenderreform.
Halbhoch im Süden hat gerade Prokyon, Hauptstern des Kleinen Hundes, den Meridian passiert. Am Osthimmel ist bereits der Löwe erschienen. Als Leitsternbild des Frühlingshimmels deutet er die kommende Jahreszeit an.
Die Sonne wechselt am 17. um ein Uhr morgens aus dem Sternbild Steinbock in den Wassermann. Zwei Tage später tritt sie in das Tierkreiszeichen Fische. Ihre Mittagshöhe gewinnt fast zehn Grad. Die Tageslänge nimmt in Stuttgart um eine Stunde und 34 Minuten zu.